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Cover Das Wunder des Pfirsichgartens deutsch

Willa Jackson ist mit ihrem jetzigen Leben beinahe zufrieden. Als Jugendliche hätte sie nie gedacht, dass sie einmal nach Walls of Water zurückkehren würde. Doch als ihr Vater starb und ihr sein kleines Häuschen vermachte, ergriff sie die Chance noch einmal ganz von vorn anzufangen.
Sie übernahm ein Outdoor-Geschäft und fand in der jungen Rachel eine wunderbare Mitarbeiterin.
Nun scheint allerdings ihr früheres Leben mit aller Macht zurückkehren zu wollen.

Das alte Anwesend Blue Ridge Madam ist beinahe fertig restauriert und der ortsansässige Damenklub veranstaltet als Eröffnungsfeier und als Jubiläumsfeier zur Klubgründung eine große Gala.
Willa verkehrte noch nie in diesen Kreisen, aber da ihre Großmutter Mitbegründerin des Klubs war, erhielt auch sie eine Einladung. Sie sträubt sich mehrere Tage dagegen, diesen dicken Umschlag überhaupt zu öffnen, bis ihr Rachel damit so sehr zu Leibe rückt, dass sie gar nicht anders kann.
Natürlich wird Willa nicht zu dieser Veranstaltung gehen - was sollte sie auch dort? Auch ihre Großmutter wird der Gala nicht beiwohnen können, denn diese befindet sich in einem Altenheim und erkennt nicht einmal mehr ihre eigene Enkelin.

Auch wenn Willa sich immer wieder einredet, dass sie keinerlei Bezug zum Blue Ridge Madam hat, fährt sie jeden Abend nach Ladenschluss hoch um sich die Restaurationsarbeiten anzuschauen. An diesem Abend sieht sie den alten Baum umkreist von Baggern und fragt sich, ob er wohl abgerissen werden soll.
Es ist ein komisches Gefühl, daran zu denken, dass dieses Anwesen einmal in ihrem Familienbesitz war und sie doch nie auch nur einen Schritt über die Schwelle gewagt hat.
Ein wenig neugierig ist sie ja schon.

Völlig unvorbereitet kommt ein Mann auf sie zu - ein ziemlich gutaussehender noch dazu. Doch Willa erkennt ihn erst, als er sie anspricht und ergreift die Flucht.
Es ist Colin Osgood, der Bruder von Paxton Osgood und somit einer der Erben des alten Gemäuers. Eigentlich weiß sie selbst nicht, warum sie geflüchtet ist. Was sollte man ihr vorwerfen? Sie wollte sich ja nur das Gebäude anschauen. Allerdings soll keiner wissen, dass sie sich hier jeden Abend herumtreibt.
Daheim angekommen versucht sie noch die Begegnung zu verarbeiten und stürzt sich in ihre Hausarbeit. Später am Abend klingelt es an der Haustür - Colin.
Er bringt ihr die Einladungskarte, die sich in ihrer Eile verloren hatte.
Colin sieht furchtbar aus und Willa erfährt bald darauf, dass er ein paar anstrengende Tage hinter sich hat. Bevor sie ihn auf nette Weise hinauswerfen kann, ist Colin auf ihrer neuen Couch eingeschlafen. Na das fängt ja großartig an.

Paxton ist glücklich, dass ihr Bruder endlich wieder zu Hause ist, auch wenn er nur für die Zeit der Anlage des neuen Gartens bleiben wird. Sie vermisst ihn schrecklich und würde sich wünschen, er bliebe für immer in Walls of Water. Im Gegensatz zu ihm ist es Paxton nie gelungen von den Eltern wegzukommen. Auch, weil sie ein schlechtes Gewissen dabei hätte, wenn beide Kinder in der Welt umherreisen.
Paxton ist ein Mensch mit dem keiner tauschen möchte. Sie ist zielstrebig, verantwortungsbewusst und einsam. Natürlich hat sie die Freundinnen aus dem Damenklub, aber auch die haben alle ein eigenes Leben mit eigener Familie. Nur Paxton nicht. Und dass sie noch immer auf dem Grundstück ihrer Eltern wohnt - wenn auch im Gartenhaus - macht die Sache nicht einfacher.
Vor einem Jahr ist Sebastian wieder zurück in die kleine Stadt gekommen. Nur bei ihm kann sie sich fallen lassen, doch er kann ihr nicht bieten, was sie sich wünscht. Denn Sebastian ist schwul. Auch wenn es nie direkt zur Sprache gekommen ist und sich Paxton insgeheim wünscht, sie würde sich irren.

Am Abend findet wieder ein Treffen des Klubs statt und es gibt viel zu besprechen. Paxton hätte sich allerdings nie erträumen lassen, was alle besprochen wird.
Als sie die Diskussion eröffnet plappert plötzlich jede der Damen ein Geheimnis aus, ohne es zu wollen. Es ist wie ein Zwang. Als auch Paxton kurz davor ist, den Mund auf zu machen und allen zu sagen, welchen Mann sie von Herzen liebt, kann sie nur mit Mühe und Not die Lippen zusammenpressen.
Was war denn nur in sie gefahren? Für gewöhnlich hatten sich die Frauen perfekt im Griff, aber dieser kleine Ausrutscher ist nur der Anfang von vielen ungewöhnlichen Ereignissen, die sich noch ergeben werden.

Cover The Peach Keeper englisch

Ich gestehe, mich hat an diesem Buch als erstes das Cover angesprochen. Als ich dann ein wenig zum Inhalt im Netz gestöbert habe, sprach es mich auch generell an.
Es ist mein erstes Buch von der Autorin Sarah Addison Allen und liest sich wirklich wunderbar weg. Auch wenn der Titel etwas wunderlich ist - es gibt keinen Pfirsichgarten in diesem Buch. Lediglich einen Pfirsichbaum. Aber um diesen ranken sich die Geheimnisse und auch die vielen kleinen Ereignisse.
Willa ist eine sympathische, aber auch zurückhaltende Person. Eigentlich wünscht sie sich eine Familie, aber ihr Leben scheint dafür nicht geschaffen zu sein. Sie hat sich gut arrangiert mit dem Laden und dem kleinen Häuschen.
Als sie nach der Schule in eine andere Stadt gezogen ist, glaubte sie ihr altes Leben hinter sich lassen zu können, aber so ganz wird man seine Vergangenheit nicht los.
Nach ihrer Rückkehr hat sie nun das Bedürfnis den Leuten zu zeigen, dass sie nicht mehr die Rebellin von damals ist. Aber mit der ortsansässigen Schickeria hat sie auch nichts am Hut.
Sie mag ihr bescheidenes Leben und wehrt alles Neue ab. Sie wirkt auf mich ein wenig wie ein Rehkitz, das immer bereit ist davon zu springen, wenn es zu eng wird.

Die Geschichte dreht sich um das Anwesen Blue Ridge Madam und die Anfänge des Damenklubs. Man erfährt auch recht schnell, was das eigentliche Geheimnis ist.
Nur nicht, warum manche Dinge geschehen. Ich hätte mir gewünscht, dass es sich erst etwas später zeigt.
Bei knapp 290 Seiten hat man als Autor aber auch nicht so unglaublich viel Spielraum.
Im Großen und Ganzen hat mir das Buch Freude beim Lesen bereitet und ich konnte mich für ein paar Stunden gut unterhalten. Es ist kein literarisches Meisterwerk, aber das muss es ja auch nicht immer sein.
Ein bisschen mehr Selbstbewusstsein hätte den Charakteren nicht geschadet. Sie umschleichen einander wie junge Raubkatzen. Jeder mit Neugier ausgestattet, aber mit der Angst eine gelangt zu kriegen.
Alles in allem eine nette Sommerlektüre, würde ich sagen.

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