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Cover Ein Weihnachtskuss für Clementine deutsch

Clementine Alderton ist einer der beiden Sprösslinge der gute betuchten Familie Alderton, die sich einen Namen mit wundervollen Lederstoffen gemacht haben. Während Clem jedoch ihr Leben meistens nur berauscht von Alkohol an sich vorbeiziehen lässt, ist Tom Alderton in die ehrgeizigen Fußstapfen ihres Vaters getreten und schmeißt das Familienunternehmen. Ziemlich gut, wie man sagen muss. Die Alderton Hide steht kurz davor den Deal des Jahrhunderts zu ergattern als es kommt wie es kommen musste.
Clem ist es gewohnt, dass sie im Mittelpunkt des Geschehens steht und so kann es gar nicht sein, dass auf der Silvesterparty ihrer Freundin Stella ihr Flirt Josh mit einer anderen Tussi anbändelt. Um möglichst schnell vor Ort zu sein, schnappt sie sich das Fahrrad, das sie bei ihrem Bruder im Zimmer findet und macht sich auf den nassen Weg.

In ihrer Eile hätte sie beinahe einen Mann über den Haufen gefahren, aber was macht der schon an Silvester alleine auf der Straße?
Sie merkt schnell, dass Josh doch nicht der Mann ihrer Träume ist und wirft sich ins Partyleben. Bis sie auf ihren Bruder trifft und der ihre gute Laune im Keim erstickt.
Er hat das Fahrrad entdeckt mit dem Clem zur Party geradelt ist. Sie hatte nicht die leiseste Ahnung was für ein Fahrrad sie sich da geschnappt hatte. Tom hingegen wusste es. Es ist das Herzstück ihrer Produktion und ein Vermögen wert. Durch die Fahrt durch den Regen und diverse Beschädigungen von Partygästen, die es für hilfreiche Dekoration als Flaschenöffner und Aschenbecher hielten, ist es ruiniert und unwiederbringlich zerstört. Wie hätte Clem auch wissen können, dass der Rahmen mit Gold belegt ist, das Leder der allerhöchsten Qualität entspricht und die Steine keine einfachen Strasssteinchen sind. Clem sitzt tief in der Tinte und durch ihre wiederholt unbedachte Tat steht die Firma, für die Tom sein Leben geben würde, vor dem Konkurs.

Clem würde so gern alles wieder gut machen, aber dieses Mal ist sie zu weit gegangen. Tom meidet sie wie der Teufel das Weihwasser und auch die anderen Kollegen zeigen ihr, dass es dafür keine Wiedergutmachung gibt. Clem hat es vermasselt.
Nach und nach springen alle Investoren ab, die Firma steht kurz davor dicht zu machen. Nur wegen ihr. Da hat sie eine Idee, von der sie weiß, dass ihr Bruder sie nicht gut findet, aber es könnte die Firma retten. Mit Lederresten will sie eine Kollektion entwerfen, zusammen mit ihrer Freundin Stella, die auf dem Markt in Notthing Hill Selbstgestricktes verkauft. Simon, der schon lange in Clem verschossen ist wird zum einzigen Mitwisser, allerdings eher unfreiwillig.
Um das benötigte Geld für die Firma zusammen zu kriegen, organisieren Stella und Clem eine einmalige Show in der die Einzelstücke ersteigert werden können. Der Höhepunkt ist die sauteure Birkin, die ihre Mutter ihr vor kurzem geschenkt hat. Clem würde sie niemals tragen, was nicht daran liegt, dass sie ihr heilig wäre - eher gegenteilig. Clem und ihre Mutter vertragen sich überhaupt nicht, sehr zum Bedauern ihres Vaters, den sie abgöttisch liebt. Früher war das Verhältnis noch harmonisch, bis ... ja bis vor einigen Jahren.

Die Modenschau wird ein Erfolg, die Tasche geht für viel Geld weg und obwohl Clem sich bemüht hat, alles geheim zu halten, stehen am Ende Tom, seine ätzende Freundin Clover und Clems Eltern im Raum. Ihr Anblick ist beinahe mehr als sie ertragen kann.
Jetzt kann Clem wirklich nur noch einer helfen - sie selbst. Seit einiger Zeit liegt ein Vertrag bei ihr zur Unterschrift, in dem ein reicher Mann sein Anwesen in Portofino von der Firma verschönern lassen möchte. Das Gespräch mit diesem Auftraggeber war jedoch alles andere als normal, denn der Mann ist kein anderer als der Fremde, den sie in der Silvesternacht fast über den Haufen gefahren hat. Und auch später waren sie sich noch 2 Mal begegnet. Jedes Mal brannte die Luft. Und ausgerechnet er will sie als Projektleiterin haben. Tom ist sauer, berechtigt.
Natürlich will sie nicht nach Italien, aber hat sie eine andere Wahl? Es soll nur ein halbes Jahr dauern, das wird sie wohl überstehen, oder?
Was jedoch keiner weiß, in Portofino liegt Clems dunkle Vergangenheit und damit ein Abschnitt ihres Lebens, den sie so gut es geht in ihrem Herzen verschlossen hält. Was wird passieren, wenn sie wieder dorthin zurück geht?

Mit Christmas at Claridge's / Ein Weihnachtskuss für Clementine habe ich mich am Anfang sehr schwer getan. Es hat beinahe die Hälfte des Buches gebraucht, bis ich die Geschichte wirklich weiterlesen wollte. Bis dahin ging mir die eingebildete Protagonistin mit ihrem 'mir doch egal'-Getue tierisch auf die Nerven. Auch die Namen sind mehr schlecht als Recht gewählt. Wer bitte kürzt 'Clementine' mit 'Clem' ab? Genauso wird 'Clover' immer mit 'Clo' abgekürzt. Da hätte das Lektorat dringend mal den Finger drauf halten müssen. Mich hat es beim Lesen jedes Mal wieder rausgerissen.
Mit ihrem Egoismus rannte Clementine bei mir auch keine offenen Türen ein. Ihren Bruder Tom konnte ich jedoch in jeder Lebenslage verstehen. Mit solch einer Schwester hat man es sicherlich nicht leicht.

Während der erste Teil des Buches in London spielt, wechselt es danach ins sonnige Italien. Schon allein deswegen ist es überhaupt kein Weihnachtsbuch. Sowohl das Cover, als auch der Titel sind hier sehr irreführend. Wer also einen Winterroman vermutet, wird enttäuscht.
Nachdem Clementine dann in Italien angekommen ist, bekommt sie doch noch eine menschliche Seite. Sie achtet tatsächlich auch mal auf Andere und wird endlich erwachsen. Auch wird nun mehr darauf eingegangen, warum sie eigentlich nie wieder an diesen Ort zurückkehren würde und wie es zu dem Bruch mit ihrer Mutter kam.
Ab da hat mir das Buch tatsächlich auch richtig Spaß gemacht. Gut, den Namen finde ich nach wie vor bescheuert, aber naja. Viele der Figuren tauchen das ganze Bücher über auf und eigentlich habe ich besonders an Stella einen Narren gefressen.

Das war jetzt mein erstes Buch von Karen Swan, ich habe fast ein wenig Angst ein weiteres zu lesen. Da sich in meinem Bücherregal aber noch zwei weitere Werke der Autorin tummeln, werde ich sie wohl lesen und hoffen, dass die Spitznamen der Protagonisten in diesem Buch nur ein Ausrutscher waren.

Einen ganz lieben Dank an den Goldmann-Verlag für das Rezensionsexemplar.

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