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Cover Das Brombeerzimmer

Nora Kluge ist eine Koryphäe am Marmeladenkochlöffel. Jedes Wochenende kocht sie das Glück, die Freude und die Liebe in jeder erdenklichen Sorte ein für ihren Mann. Auch im vergangenen Jahr hat sie an jedem Sonntag in der Küche gestanden und Marmelade gekocht. Doch Julian ist nicht mehr da um diese mit ihr zu genießen. Ein Jahr ist es jetzt her, auf den Tag genau, als die Polizei vor ihrer Tür stand und ihr die schreckliche Nachricht überbrachte.
Nur wenige Stunden zuvor war Julian zusammen mit ihrem Hund Watson zum Joggen in den Park gegangen. Er wird nie wieder nach Hause kommen. Julians Herz war von einer Erkältung zu sehr geschwächt, er war sofort tot.

Watson und Nora trauern gemeinsam und doch einsam. Während Julians Familie versucht sie in ihrer Trauer zu unterstützen, schottet sich Nora immer weiter ab. Sie kann das einfach nicht. Wie könnte sie Julians Mutter gegenüber sitzen und ihre Trauer ertragen?
Katharina, Noras beste Freundin, und auch Noras Mutter tuen ihr bestes um Nora die Freude am Leben zu erhalten. Leider scheitern sie damit regelmäßig.
Am ersten Todestag von Julian lädt sich Katharina zum Frühstück ein und auch Noras Mutter kommt vorbei um nach dem Rechten zu sehen.
Man könnte meinen auch der Nachbarskater hat es sich in den Kopf gesetzt Watson abzulenken. Das Tier stolziert ständig durch den Gartenzaun und reizt den verspielten Labrador bis in die Fellspitzen. Leider ist das Verhältnis zur Nachbarin nicht das Beste und so ist Nora mehr als erstaunt, als die rüstige Dame vor ihrer Tür steht.

Sie ist auf der Suche nach ihrem Kater - mal wieder. Obwohl die beiden kaum ein Wort gewechselt haben in der Zeit die sie hier schon wohnt, wird die alte Dame plötzlich redselig. Sie habe mal ein Päckchen für Julian angenommen, damit er seiner Frau ein besonderes Geschenk zum ersten Hochzeitstag machen könnte. Leider ist es dazu nie gekommen. Doch wo ist das Päckchen nun hin?
Neugierig geworden erzählt sie Katharina von der Begegnung mit der alten Dame und gemeinsam stellen sie das Haus auf den Kopf. Nirgends finden sie etwas. Als Katharina schon lange schläft und Nora versucht den Tag endlich rum zu kriegen kommt ihr die Eingebung. Im Dunkeln schleicht sie im Haus umher und findet tatsächlich einen Briefumschlag und das passende Päckchen dazu. Julian hat ein Marmeladenrezept von seiner Großtante erfragt und diese hat es ihm samt Kostprobe geschickt. Nora ist baff. Wer ist denn bloß Klara? Soweit sie seine Familie kennt, wurde sie nie erwähnt.
Bei einem Telefonat mit Hendrik, Julians Bruder, fragt sie ihn danach und erfährt, dass die Schwester des Großvaters totgeschwiegen wird. Jeder hatte gedacht sie wäre es inzwischen auch, aber Klara erfreut sich bester Gesundheit und wohnt im schönen Mecklenburg-Vorpommern.

Nora scheut sich ein wenig Klara einfach so anzurufen, aber sie würde sich auch gern für die Marmelade und das Rezept bedanken. Vielleicht ist es keine gute Idee, aber sie fasst sich ein Herz und ruft an. Allerdings landet sie bei einer jungen Dame, die sie prompt für eine Betrügerin hält. Klara hat keine Familie, das wüsste sie. Erst beim zweiten Versuch kann Nora der Dame am Telefon erklären, wer sie ist und was sie will.
Plötzlich freundlich haben die beiden sofort einen Draht zueinander. Klara wäre gerade nicht da, sie sei im Pflegeheim, aber Nora könnte doch vorbeikommen und sie besuchen.
Aber Nora kennt Klara doch gar nicht - und Klara auch Nora nicht. Wie wird die alte Dame das wohl auffassen? Die Neugier und auch das schlechte Gewissen, dass Klara von Julians Tod noch gar nichts weiß treibt sie an die pommersche Boddenlandschaft. Was Nora hier erfährt bringt ganz neue Seiten in ihr zum Klingen.
Alles hat einen Sinn - davon war Julian überzeugt. Ob er damit Recht behalten sollte?

Das Brombeerzimmer beginnt vor allem traurig. Nora ist in ihrer Trauer gefangen und ich selbst kann es mir nur sehr schwer vorstellen, wie es sein könnte die Liebe seines Lebens zu verlieren. Nora hat ihre Ma und ihre beste Freundin an ihrer Seite, das tut ihr gut.
Das Marmeladekochen scheint eine Art Therapie zu sein, die zumindest kurzfristig hilft.

Die Geschichte um Nora und Klara beginnt gemütlich und baut sich immer weiter auf. Es ist - trotz des traurigen Themas - ein gemütliches Terrassenbuch. Der Schreibstil ist gut und man ist im Handumdrehen in der Handlung. Man sollte als Leser schon eine gewisse Neigung zum Thema Essen haben, da die verschiedenen Marmeladensorten immer wieder vorkommen und das Buch auch mit leckeren Rezepten gespickt ist. Ich persönlich kann es kaum abwarten daraus eines auszuprobieren.

Was mich dann doch etwas enttäuscht hat war das Ende. Es wird so sehr auf ein großes Geheimnis in der Vergangenheit hingearbeitet und am Ende kriegt dieses gerade einmal 10 Seiten. Das war irgendwie enttäuschend. Auch war es irgendwie abgehetzt. Mir fehlte da noch das Drumherum.
Sehr schade. Wäre das Ende etwas anders aufgebaut und die Enthüllung mit mehr 'was danach geschah' versehen gewesen, hätte es die volle Punktzahl gegeben.

Einen lieben Dank an www.vorablesen.de für das Rezensionsexemplar.

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Cover Die Sache mit meiner Schwester

Im Leben von Nele Krüger und Heike Bachmann könnte es nicht unterschiedlicher laufen. Während Nele im geordneten Chaos wohnt und eine lockere Affäre Niklas hat, kümmert sich Heike um ihr Haus und ihre drei Kinder. Und doch verbindet beide nicht nur das Elternhaus - auch der Job. Unter dem Pseudonym 'Sanne Gold' veröffentlichen beide humorvolle Liebesromane und spielen in der Öffentlichkeit das fröhliche Geschwisterpaar.
Sobald die Kamera aus ist, kühlt die Temperatur merklich runter. Schon seit langem reden sie nur noch das Nötigste mit einander - ihre Bücher werden von einem Ghostwriter geschrieben.
Heike wirft Nele vor ihr Leben zu vergeuden, während Nele Heike vorwirft, sie sei spießig geworden. Früher waren sie die besten Freundinnen.

Bei einem gemeinsamen Liveauftritt im TV kommt es zum Streit. Neles Affäre Niklas hat seiner Frau reinen Wein eingeschenkt. Er will mit Nele zusammenleben. Ohne sich darüber Gedanken zu machen, ob sie das überhaupt will. Diese ist mit ihrem Singlestatus eigentlich ganz glücklich.
Vor laufender Kamera wird Nele von Niklas Frau konfrontiert und ganz allmählich bekommt die sonst so glänzende Fassade des Geschwisterpärchens Risse. Eigentlich war es nur noch eine Frage der Zeit bis es zum großen Bruch kommt.

Nele will die Vorwürfe allerdings nicht auf sich sitzen lassen und bittet ihre Schwester um ein Gespräch. Ausgerechnet auf der Autobahn Richtung Heimat fliegen im Auto die Fetzen und Nele baut einen folgenschweren Unfall. Während sie lediglich leicht verletzt wird, muss ihre Schwester ins Koma gelegt werden. Sie hat schwerste Kopfverletzungen. Nicht nur sie selbst macht sich schwere Vorwürfe, auch Heikes Mann macht ihr das Leben schwer.
Wie hat es nur so weit kommen können? Nele merkt, dass es so nicht weitergeht. Um ein wenig Buße zu tun, quartiert sie sich kurzerhand bei Heike daheim ein um ihrem Schwager mit den Kindern und dem Haushalt zu helfen. Auf das Leben als Vollzeitmutter ist sie allerdings alles andere als vorbereitet und so dauert es nicht lange, bis die Fetzen im Hause Bachmann fliegen.
Und dann war da ja auch noch der schnucklige Sanitäter, der sie aus ihrem Unfallwagen gezogen hat.

In Die Sache mit meiner Schwester geht es vor allem um eines - die Familie! Die Sympathieträgerin hier ist ganz klar Nele. Natürlich hat sie viele Ecken und Kanten und noch mehr Fehler zu bieten, aber viele ihrer Schritte kann man sehr gut nachvollziehen.
Heike bleibt das gesamte Buch über ein Phantom, was natürlich kein Kunststück ist, da sie ja der stillere Part ist.
Im Laufe der Geschichte lernt man, dass in ihrem Leben nicht alles so super ist, wie es zunächst scheint und auch, aus welchem Grund die Freundschaft der Schwestern in die Brüche ging.

Ich habe das Hörbuch zu dieser Geschichte in der Bibliothek entdeckt und es einfach mal mitgenommen. Vor einigen Jahren hatte ich bereits Bücher der Autorin gelesen und dachte mir, es wäre doch mal wieder nett. Erwartet habe ich einen recht leichten Roman, bekommen habe ich etwas zum Grübeln. Gerade bei solchen Geschichten wird man immer wieder daran erinnert, dass man nur eine Familie hat und dass das Leben verdammt kurz sein kann. Man sollte die Zeit, die man hat bestmöglich nutzen und genau das versucht Nele nachzuholen.
Man merkt, wie sie sich im Laufe der Geschichte verändert und wie sich auch ihre Prioritäten verändern.

Ulrike Grote bringt Leben in die Figuren und ich musste wirklich mitfiebern. Ich habe mich von der Geschichte tragen lassen und bin am Ende glücklich zurück geblieben.
Ich denke auch im Laufe der Jahre, hat Anne Hertz nichts von ihrem Reiz verloren. Ob dieses Buch zum Teil auch autobiografisch ist? Wer weiß =o)

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Cover Isabellas Plan vom Glück

Isabella Thompson hat es sich in den Kopf gesetzt so viel Geld wie möglich für das Tierheim ihrer besten Freundin Suzie zu sammeln. Um damit Erfolg zu haben, schnappt sie sich den plüschigsten Hund, die Sammelbüchse, ein alberndes Plakat und macht sich auf den Weg ins absolute Bonzen-Viertel New Yorks. Vor dem großen Gebäude der 'Dallaway Corporation' wird sie von einer älteren Dame angesprochen, die in Erinnerungen an ihren verstorbenen Hund schwelgt.
Dabei entgeht ihr natürlich nicht der überstylte Anzugtyp mit Handy am Ohr. Ohne lange darüber nachzudenken stürmt sie zu um und quatscht ihn an. Das sie dabei in sein Telefonat platzt ist ihr völlig egal. Der Typ sah nach viel Geld aus und wenn Isabella eines kann, dann den Leuten einen Knopf an die Backe quatschen.

Gabriel kann es kaum fassen. Da kommt diese Frau auf ihn zu gerannt und faselt irgendwas von Spenden. Warum sollte er für ein Tierheim spenden? Er mag noch nicht einmal Tiere. Zudem störte sie ihn bei einem wichtigen Telefonat. Als er sie mehr schlecht als Recht abgewimmelt hat, kann er nicht schnell genug von dort wegkommen.
Der Tag war alles andere als angenehm für ihn, aber daran hat er sich beinahe gewöhnt. Die letzten Wochen ging es ihm besonders schlecht. Er schläft kaum, hat häufiger das Bedürfnis seinen Zwängen nach zu geben und spürt jeden Tag eine größere Wut. Er weiß nicht warum es so ist, aber er weiß, dass es so nicht weiter gehen kann.
Am nächsten Tag gerät er erneut mit seinem Vater aneinander. Die darauffolgende Panikattacke treibt ihn raus aus dem Gebäude. Wer hätte gedacht, dass er da auf die gleiche kleine Nervensäge trifft wie am Tag zuvor? Doch heute kann er sie nicht abblitzen lassen, dafür fehlt ihm schlichtweg die Kraft.

Bella ist nach dem erfolgreichen Tag zuvor wieder vor dem gleichen Gebäude, wild entschlossen es diesem Anzugträger zu zeigen und bei ihm Geld locker zu machen. Als sie ihn an diesem Tag erspäht ist sie schon dabei auf ihn zuzustürmen, als sie merkt wie schlecht es ihm geht. Sofort meldet sich ihr Helfersyndrom. Seine Schwäche ausnutzend macht sie sich daran ihn aus der Reserve zu locken. So erfährt sie von seinen Zwängen und Problemen mit anderen Menschen.
Wie kann ein Mann so kompliziert sein? Als sie ihn dazu bringt mit ihr einen Burger essen zu gehen, bekommt er langsam wieder etwas Farbe. Na bitte, geht doch. Der Anzugtyp sieht sogar richtig gut aus.

Gabriel war noch nie so offen zu jemandem. Nicht einmal zu sich selbst. Er wusste nicht warum, aber irgendwie ist dieses flippige Wesen vor ihm anders als gedacht. Da kommt ihm eine blöde Idee und vielleicht seine Rettung. Er bietet Isabella einen Deal an - sie soll ihn innerhalb eines Monates glücklich machen, dafür bekommt sie 1 Millionen von ihm für ihr Tierheim. Der Schock in ihrem Gesicht ist Gold wert, auch wenn er schon kurz danach an seinem Verstand zweifelt, lässt sie keinen Zweifel aufkommen, dass sie es ernst meint.
Sofort verabreden sie sich für den nächsten Tag und die Mission gewinnt.

Wird Isabella es schaffen Gabriel aus seinen Zwängen zu befreien und ihn glücklich zu machen? Was macht ihn glücklich? Und wie kam es überhaupt erst zu dieser Situation? Die wichtigste aller Fragen ist aber - wie soll sie es mit ihm nur aushalten? Er ist ihr zutiefst unsympathisch und doch zieht er sie magisch an.

Isabellas Plan vom Glück von Laura J. Coleman hat mich mal wieder so richtig begeistert. Die Grundidee ist nichts Neues - einfaches Mädchen errettet stinkreichen Problemkerl. Das haben wir schon häufiger gelesen, aber gerade hier machen die Charaktere so viel aus. Gabriel ist ein echtes Arschloch - allerdings ein erzogenes. Isabella eine ausgemachte Frohnatur und hat ein loses und sehr freches Mundwerk. Sie sind also wie Feuer und Wasser und das Spiel beginnt bei der ersten Begegnung. Man weiß worauf es hinaus läuft, aber der Weg ist sehr holprig, bis es noch sehr dramatisch wird.
Ich konnte kaum aufhören zu lesen und habe mit beiden sehr mitgefiebert. Beide vollziehen eine Wandlung und man kann nicht mal sagen bei wem es eine größere Veränderung ist. Während Gabriel oft an sich selbst zweifelt, unterstützt Isabella ihn wo sie kann. Aber auch sie kommt an ihre Grenzen.

Der Schreibstil ist sehr flüssig zu lesen und durch die kürzeren, aber nicht zu kurzen, Kapitel hat man genug Perspektivwechsel zwischendurch um von beiden Seiten die Gefühlswelt kennen zu lernen. Auch wenn ich Gabriel zwischendurch gern ein paar gepfeffert hätte, konnte man doch alle seine Ausbrüche und Stimmungswandel nachvollziehen. Ich hätte noch ewig weiter lesen können, aber irgendwann war das Buch leider vorbei.
Auch die erotischen Szenen sind wohl dosiert gestreut und übertünchen nicht die eigentliche Story.

Einen ganz lieben Dank an feelings für das Rezensionsexemplar.

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