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Crooked Kingdom

15.01.2017
EmpfehlungEmpfehlung
Cover Crooked Kingdom

Anstatt den Erfolg darüber zu feiern, dass sie gerade einen der wagemutigsten und verrücktesten Job aller Zeiten über die Bühne gebracht haben, stecken Kaz und seine Crew tiefer im Schlamassel, als je zuvor.
Denn anstatt zu seinem Wort zu stehen und ihnen ihre Belohung auszuzahlen, hat ihr Auftraggeber Van Eck die Gruppe betrogen. Jetzt steht die Farm von Jaspers Vater auf dem Spiel, Nina und Matthias sind vollkommen umsonst zu den meistgesuchten Verbrechern Fjerdas geworden, Wylan wurde noch einmal klar, dass er seinem Vater nichts bedeutet und trägt nun zu allem Übel auch noch das Gesicht eines Fremden und Kaz hat Van Eck in einem Moment der Schwäche seinen einzigen Schwachpunkt preisgegeben: Inej.
Nun ist Inej in Van Ecks Gewalt und der verlangt im Gegenzug, dass die Gruppe alles aufgibt, wofür sie nun schon so lange gearbeitet haben. Doch Kaz wäre nicht Kaz, wenn er nicht noch einen Trumpf im Ärmel hätte und schmiedet einen neuen Plan. Denn dieses Mal findet Schlacht in Ketterdam statt, in seiner Heimatstadt, die niemand so gut kennt, wie er selbst.
Es wird allerdings dennoch kein einfacher Kampf, denn auch Van Eck hat sich Unterstützung geholt - und zwar von einer Seite mit der auch Kaz nicht gerechnet hat. Jesper, Wylan, Nina, Matthias, Inej und Kaz müssen sich nicht nur neuen Feinden, sondern auch ihrer eigenen Vergangenheit stellen und es sieht nicht so aus, als könnte dieser letzte gemeinsame Job für sie alle gut ausgehen...

Crooked Kingdom setzt nun also genau dort an, wo Leigh Bardugo uns am Ende von Six of Crows zurückgelassen hat. Inej ist in Van Ecks Gewalt und Kaz muss ganz tief in die Trickkiste greifen, um sie und all das, was ihm und seiner Gruppe zusteht, wieder zu bekommen. Doch leider hat auch Van Eck Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um Kaz aufzuhalten und zum ersten Mal seit langer Zeit scheint es jemandem zu gelingen Kaz und seine tollkühnen Pläne auszustechen.
Nicht nur deswegen schlägt Crooked Kingdom oftmals einen etwas ernsteren Ton an, als das erste Buch der Reihe. Dort war die ganze Sache trotz aller Gefahren im Grunde einfach nur ein Job. Dieses Mal ist die ganze Sache aber persönlicher, denn nicht nur findet der Kampf in ihrem Zuhause statt, ihre Feinde sind auch noch ganz gezielt hinter ihnen her. Außerdem hat ihr Abenteuer in Fjerdan die Gruppe zusammen geschweisst und keiner will irgendjemanden verlieren. Nicht einmal Kaz, auch wenn er den Teufel tun würde sich das anmerken zu lassen. Entsprechend angespannter war ich auch beim Lesen der Geschichte, was das Ganze aber natürlich nur umso spannender gemacht hat.
Zwischenzeitlich war ich allerdings ein wenig besorgt, dass Crooked Kingdom sich von der Stimmung und dem Stil her etwas zu sehr von Six of Crows unterscheidet, eben vor allem, was Kaz Pläne angeht. Denn dieses Mal scheint er wirklich seinen Meister gefunden zu haben und kaum einer seiner Coups funktioniert wirklich so wie geplant. Ich hätte mich aber gar nicht sorgen müssen, den auf Kaz ist Verlass und was er sich hier ausdenkt ist wirklich phantastisch und sehr clever.
Außerdem ist das passiert, auf das ich das ganze letzte Buch schon gewartet habe: Ein Wiedersehen mit ein paar Charakteren aus der The Grisha / Grischa Reihe. Leigh Bardugo hat diese Figuren ganz wunderbar in die Geschichte eingebaut ohne, dass es sich gezwungen oder übertrieben angefühlt hat. Es war einfach nur schön sie wiederzusehen und sie haben eine interessante zusätzliche Ebene in die Handlung eingebaut.

Rein von der Handlung und der Spannung her habe ich überhaupt gar nicht nichts an Crooked Kingdom von Leigh Bardugo auszusetzen - und eigentlich auch sonst nichts. Es ist kein kitschiges Ende oder Abschluss, ganz im Gegenteil. Es ist realistisch und für die meisten Figuren sehr passend. Trotzdem hätte ich mir ein klitzekleines Fünkchen mehr Romantik gewünscht, besonders was Kaz und Inej angeht. Dass hier keiner Herzchen in den Augen hat, ist vollkommen klar, aber eine kleine Szene mehr hätte schon einen riesigen Unterschied gemacht.

Doch am Ende kann mich auch das nicht dazu bringen Crooked Kingdom von Leigh Bardugo schlechter zu berwerten. Trotz all der Strapazen, der Action und der Tränen (denn ja, nicht alles geht so aus, wie man es sich vielleicht gewünscht hätte...) ist es einfach ein phantastisches und abgerundetes Buch. Wenn jemand Lust auf eine Geschichte a la Ocean’s Eleven mit einem High-Fantasy-Twist hat, dem kann ich diese Reihe nur absolut ans Herz legen.

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Cover All the Forever Things

Gabriella, von allen nur Gabe genannt, führt nicht gerade das typische Leben einer 16-jährigen. In erster Linie liegt das daran, dass ihrer Familie das örtliche Bestattungsunternehmen gehört und Gabe schon seit sie denken kann jeden Tag von Leichen und trauernden Hinterbliebenen umgeben ist. Sie selbst hat daher eine eher abgeklärte Ansicht zum Thema Tod. Die Einzige, mit der sie wirklich offen und ehrlich sie selbst sein kann, ist ihre beste Freundin Bree, die mehr Zeit bei Gabe als in ihrem eigenen schwierigen Zuhause verbringt.
Bree und Gabe sind schon seit Jahren unzertrennlich und teilen viele gemeinsame Interessen, unter anderem ihren ungewöhnlichen Kleidungsstil und ihrem Blog über Vintage Klamotten. Viele andere Freunde hat Gabe allerdings nicht. In der Schule wird sie dank ihrem Mitschüler und Erzfeind Bryce schon seit Jahren nur Graveyard Gabe oder Wednesday Addams genannt. Doch solange sie Bree hat kann sie das alles irgendwie hinnehmen.
Als Bree allerdings beginnt einen neuen Jungen zu daten scheint sich das schnell zu ändern - denn dieser Junge ist ausgerechnet Bryce. Gabe und Bree liegen sich deshalb immer öfter in den Haaren und entfernen sich rasant. Gleichzeitig verändert sich Bree vor Gabes Augen und sie hat keine Ahnung, was mit ihrer besten Freundin los ist.
Gabe wäre wahrscheinlich vollkommen einsam, wenn da nicht ihr neuer Mitschüler Hartman wäre. Gabe weiß nicht so recht, was sie aus dem großen, schlaksigen und ein wenig merkwürdigen Jungen machen soll, doch irgendwie fühlt sie sich erstaunlich wohl mit ihm.
Trotzdem kann und will sie ihre Freundschaft mit Bree nicht so schnell aufgeben. Dann schlägt allerdings das Schicksal zu und verändert das Leben aller Beteiligter für immer...

Das eine große Thema in All the Forever Things von Jolene Perry sind sicherlich Beziehungen. Sei es mit der Familie, Liebe, Feindschaft und allen voran natürlich Freundschaft, denn die wichtigste Beziehung in diesem Buch ist natürlich Brees und Gabes Freundschaft. Die beiden machen es einem allerdings nicht immer leicht...
Wenn man All the Forever Things liest sollte man sich im Klaren darüber sein, dass es ein Jugendbuch ist und entsprechend verhalten sich die Charaktere auch oftmals nicht unbedingt erwachsen oder vernünftig. Leider hat mich das aber nicht davor bewahrt das ein oder andere Mal gehört von Gabe und vor allem Bree genervt zu sein. Ihre Freundschaft ist wie gesagt zu Beginn sehr innig und die beiden haben quasi nur einander. Von daher kann ich schon verstehen, dass einer von beiden mal rauswollte und wie Bree auch andere Leute kennenlernen bzw. das typische High School Leben genießen wollte - zumal Gabe wirklich sehr eigenbrödlerisch ist und nur wenige Leute mag. Wie sie Gabe allerdings behandelt hat ging einfach gar nicht und ich habe Bree sehr bald überhaupt nicht mehr leiden können. Dazu kommt, dass sich Gabe ständig von Bree unterbuttern ließ und wenn es zur Konfrontation kam kaum ein Wort rausbekommen hat. Ich muss deshalb sagen, dass mir ihre "Freundschaft" überhaupt nicht gefallen hat und es mir sogar lieber gewesen wäre, wenn sie sich einmal ordentlich gestritten, alles rausgelassen und es dabei belassen hätten. Gabe vergisst ständig sich selbst über Bree, was ihre Freundschaft nicht wirklich gesund wirken ließ.
Zum Glück gibt es aber einige andere Beziehungen in All the Forever Things, die mir wesentlich besser gefallen haben. Allen voran wären da Gabe und Hartman. Mit Hartman ist Gabe nämlich ganz anders als mit Bree. Sie sagt ihre Meinung, auch wenn es schwer ist, und öffnet sich ihm wirklich. Hartman ist sicher auch kein wirklich einfacher Charakter, er hat aber momentan eine Menge zu verdauen und wurde mir im Laufe des Buchs immer sympathischer. Außerdem finde ich es immer toll, wenn der Held der Geschichte mal kein Modeltyp mit einem Sixpack ist (deshalb haben auch die Bücher z.B. von Stephanie Perkins und Rainbow Rowell immer einen besonderen Platz in meinem Herzen ;). Auch Gabes Beziehung zu ihrer Familie hat mir gefallen. Das Familiengeschäft ist natürlich alles andere als alltäglich und beeinflusst das Leben aller (vor allem, da sie im gleichen Haus leben, in dem auch das Bestattungsunternehmen ist). Ich musste immer wieder Schmunzeln, wenn Gabes Eltern eine merkwürdige Angewohnheit an ihrer Tochter finden und sich fragen, ob das wohl von der Art herrührt, wie sie aufwuchs.

Leider blieb mir aber am Ende zu viel unausgesprochen zwischen Gabe und Bree. Bis dahin sind zwar eine Menge andere Sachen passiert, so dass es vielleicht ein wenig kleinlich wirkt, auf eine solche Aussprache zu bestehen. Trotzdem finde ich nach wie vor, dass sich Gabe für Sachen entschuldigt, mit denen sie vollkommen recht hatte und bei denen die Entschuldigungen eigentlich von Bree hätten kommen sollen.
Trotzdem ist All the Forever Things von Jolene Perry ein interessantes Buch mit lustigen und zumindest teilweise sehr sympathischen schrägen Charakteren, das mir sogar ein, zwei Mal die Tränen in die Augen treiben konnte.

All the Forever Things erscheint am 1. April 2017.

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Six of Crows

08.01.2017
EmpfehlungEmpfehlung
Six of Crows

In Ketterdam gibt es eigentlich nur zwei Wege über die Runden zu kommen: Du bist entweder ein Kaufmann, der sein Geld mit Im- und Export verdient, oder du schlägst dich im Barrel, dem zwielichtigen Teil von Ketterdam mit all seinen Clubs, Freudenhäusern, Casinos und Gangs, durch. Eine dieser Gangs sind die Dregs. Vor nicht allzu langer Zeit waren sie noch kleine Fische, doch in den letzten Jahren konnten sie sich einen Ruf erarbeiten und ihre Position in Ketterdam behaupten. Und das ist nur einem einzigen jungen Mann zu verdanken: Kaz Brekker.
Um den hinkenden Jungen, der nie ohne seinen Gehstock mit dem Krähenkopf und seine Handschuhe zu sehen ist, ranken sich allerlei Gerüchte und Geschichten. Eines ist allerdings jedem klar: Er hat keine Skrupel und wenn es einen Job zu erledigen gibt, ist Kaz, der auch als Dirtyhands und Bastard of the Barrel bekannt ist, der richtige Mann.
Doch der nächste Auftrag, den Kaz bekommt, ist anders, als alles, was er bisher tun musste - und es steht auch mehr auf dem Spiel. Um diesen Job irgendwie über die Bühne zu bringen, braucht es nicht nur einen von Kaz unglaublichen Plänen, er benötigt auch ein besonderes Team, das mit allen Wassern gewaschen ist. Und er weiß auch schon genau, aus wem das bestehen wird:

Matthias - ein Häftling, der auf Rache aus ist
Jesper - ein Scharfschütze mit einem Spielproblem
Wylan - ein Ausreißer mit Talent für Sprengstoff, der seinem Vater etwas beweisen will
Nina - eine Grisha, die ihre Kräfte nutzt, um im Barrel zu überleben
Inej - eine Spionin, die von allen nur Geist genannt wird
Und natürlich Kaz selbst - ein Dieb, der ein Händchen für ausweglose Situtionen hat

Jetzt muss es Kaz nur noch gelingen quer über den Kontinent zu reisen und diesen quasi unmöglichen Job zu erledigen, bevor sich seine Crew gegenseitig umbringt...

Six of Crows von Leigh Bardugo ist ein Spinoff ihrer The Grisha / Grischa Reihe, kann aber definitiv auch gelesen werden, wenn man die Trilogie noch nicht gelesen hat. Und es lohnt sich. Six of Crows ist ein kleines bisschen wie eine Fantasy-Version von Oceans 11 - nur, dass Kaz und seine Crew eindeutig noch einmal aus einem härteren Holz geschnitzt sind. Hier wird wenn es sein muss auch mal gefoltert und gemordet. Kaz und die anderen sind Kriminelle, aber sie sind noch so viel mehr. Sie alle haben eine Hintergrundgeschichte, die sie interessant macht und durch die man sie versteht und ich habe jeden einzelnen von ihnen geliebt. Inej, die Spionin, z.B. ist ein wenig das Gewissen der Gruppe. Sie ist eher unfreiwillig nach Ketterdam gekommen und jedes einzelne Verbrechen, das sie begeht, lastet schwer auf ihr. Doch auch Nina (die Grisha mit heilenden Kräften) und Matthias (der Häftling) geben der Geschichte eine Menge Tiefe. Die beiden kennen sich schon eine ganze Weile und sind der Grund, warum der jeweils andere in Ketterdam ist - allerdings nicht gerade aus Zuneigung. Und Jesper (der Scharfschütze) und Wylan (der Ausreißer) sorgen ein bisschen für den Humor in der Geschichte. Die beiden machen viel Unsinn, haben dabei aber dennoch auch einen ernsten Hintergrund.
Und unser Meisterdieb Kaz...er hat schon einen besonderen Platz in meinem Herzen. Er ist grausam, tückisch und vertraut niemandem - und trotzdem kann man nicht anders, als ihn irgendwie auch zu bewundern. Ihm ist es zu verdanken, dass Six of Crows voller cleverer und unvorhersehbarer Wendungen und Twists ist, denn man weiß nie genau, was Kaz als nächstes aus dem Ärmel schüttelt und wem er welche Informationen vorenthalten hat. Das hat Leigh Bardugo übrigens besonders clever gemacht. Fast jeder der Protagonisten hat seine eigenen Kapitel, wodurch die Autorin eine sehr komplexe Geschichte aufbauen konnte und wodurch die vielen Wendungen überhaupt erst möglich wurden, denn so ist auch für den Leser nicht immer alles so wie es scheint, je nachdem aus welcher Perspektive man gerade liest, und das sorgt wirklich für einige Überraschungen.
Natürlich gibt es in der Gruppe auch die ein oder andere emotionale Annäherung, doch dazu will ich nicht zu viel verraten. Nur so viel: Auch davon habe ich nicht genug lesen können. Nichts ist einfach für diese Figuren und ich kann es jetzt schon kaum erwarten zu erfahren, wie es unseren (Anti-) Helden weiterhin ergehen wird.

Zum Glück ist Crooked Kingdom, der zweite Teil dieser Duologie, aber bereits erschienen, denn Leigh Bardugo hat uns in Six of Crows an einer wirklich gemeinen (und sehr vielversprechenden) Stelle zurückgelassen.

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