Buchjunkies


Rezensionen Empfehlungen Autoren Reihen Tags Rezensionsarchiv


Letzte News

31.07.2016 ~ Ich bin dann mal weg...

Ich bin dann mal weg... und verabschiede mich mit einem weinenden und einem lachenden Auge von meinen Buchjunkies.

Weiterlesen »

Kommentar schreiben | Facebook | Twitter

Mehr News »


Neuste Rezensionen

American Gods / American Gods

31.07.2016
EmpfehlungEmpfehlung
Cover American Gods II englisch

Shadow Moon sitzt im Knast, weil er bei einem in die Hose gegangenen Raubüberfall erwischt wurde. Wegen guter Führung ist die Strafe von ursprünglichen 6 Jahren aber auf 3 reduziert worden. Nur noch eine Woche bis diese Zeit abgelaufen ist. Doch am Tag vor seiner Entlassung verunglückt Shadows Frau Laura tödlich bei einem Autounfall. Auch sein bester Freund, der Fahrer, kommt dabei ums Leben. Auf dem Weg zu Lauras Beerdigung lernt Shadow im Flugzeug den ominösen Mr. Wednesday kennen, der mehr über Shadow zu wissen scheint, als dem geheuer ist. Wednesday bietet Shadow einen Job an: Als Mädchen für Alles und Bodyguard soll Shadow Wednesday bei seiner Mission zur Verfügung stehen. Shadow findet Wednesday irre und ein wenig unheimlich, aber auch faszinierend. Den Job will Shadow zunächst nicht annehmen, doch bei einem der seltsamsten Kneipenbesuchen allerzeiten - Met-Konsum inklusive - nimmt Shadow Wednesdays Angebot an. Am nächsten Tag wird Laura beerdigt, Shadow entführt und der Start in die Mission gestaltet sich alles andere als reibungslos...

Neil Gaiman ist ein Meister der Zunft. Sein Buch Neverwhere / Niemalsland (keine Rezension) ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher und auch Graveyard Book / Das Graveyard-Buch (keine Rezension) hat mir viel Freude bereitet. Trotzdem hat es ein wenig gedauert, bis ich mich an American Gods / American Gods gewagt habe. Grund dafür war, dass es lang ist und ich es, wenn, unbedingt im Original lesen wollte. Es hat ein wenig gedauert, bis ich mich fit genug dafür gehalten habe und nun habe ich es endlich geschafft. Die Wartezeit hat sich absolut gelohnt. Was für ein Trip. Nicht nur auf den Straßen der USA, sondern auch durch Zeit, Raum und Mythologie. Der Schreibstil ist eine Wonne und die Story enthält Elemente von Horror, Fantasy und natürlich den schon erwähnten Roadtrip. Das Buch wird - von zahlreichen Nebenschauplätzen abgesehen - aus Shadows Sicht erzählt, und der ist einfach ein absolut genialer Hauptcharakter. So ruhig im Anbetracht von Göttern, Übernatürlichem und absolut verrückten Geschehnissen zu bleiben, ist eine Kunst für sich. Anfangs könnte man meinen, dass er vielleicht zu einfach gestrickt ist, um zu begreifen, was um ihn herum geschieht, weil er eher wortkarg ist und die Dinge so nimmt, wie sie kommen. Aber Shadow ist kein bisschen dumm und am Ende ist er derjenige, der... ah, natürlich wird das hier nicht verraten.

Cover American Gods I englisch

Zentrales Element in American Gods / American Gods ist aber die Mythologie und die Idee, dass die Götter nur durch die Menschen in die Welt gesetzt werden, weil und solange Menschen an sie glauben. Mr. Wednesday ist niemand anders als die von den Wikingern ins Land gebrachte Version von Odin (oder Wotan), dem nordischen Göttervater. Doch er ist nur einer von einem Pottpurri an Göttern und Göttinnen, die in American Gods / American Gods ihren Auftritt haben. Neben weiteren nordischen Göttern, gibt es ägyptische, indische, afrikanische, slawische Götter, auch einige Sagengestalten haben sich ein Leben erschlichen. Hinzu kommen die modernen Götter, denen Mr. Wednesday den Kampf angesagt hat. Diese sind Inkarnationen des modernen Lebens, etwa die Medien, das Internet, die heutigen Transportwege und die Börse.

Nach und nach erfährt Shadow warum er eigentlich in die Geschichte reingeraten ist und welche Rolle Wednesday und sein Bruder Low-Key Lyesmith ihm zugedacht haben. Auch warum sein Frau Laura, obwohl tot, ihm doch immer wieder zur Hilfe kommt und was es mit dem etwas zu idyllischen Örtchen Lakeside auf sich hat. Es ist eine absolut irre Geschichte und soweit ich das im privaten Umfeld und im Internet eruieren konnte, liebt oder haßt man sie mit eifriger Hingabe. Neil Gaiman ist sich dieser Tatsache bewusst und schreibt selbst ein paar Worte dazu in der Jubiläumsausgabe, die 2011 in einer abgeänderten und etwas längern Version erschienen ist. Mir selbst hat das Buch sehr, sehr gut gefallen. Einzig die etwas langatmigen Beschreibungen von manchen Dingen, etwa Shadows Münztricks, sorgen für den leichten Punktabzug. Von der Idee und der Umsetzung in American Gods / American Gods war ich mehr als angetan.

Sehr passend ist übrigens, dass 2017 eine von Brian Fuller und Michael Green produzierte TV-Serie an den Start geht, bei der Neil Gaiman auch an den Drehbüchern mitgeschrieben hat. Der erste Trailer ist der Hammer und ich freu mich schon jetzt auf den Start. Aber macht euch doch selbst ein Bild:

[]

Jetzt bei Amazon.de kaufen: Deutsche Ausgabe ~ Original-Ausgabe

Kommentar schreiben | Facebook | Twitter

Cover Goth Girl and the Wuthering Fright englisch

Während Ada gemütlich in der Bibliothek sitzt und das zuletzt erschienene Buch ihres Vaters Lord Goth liest, kommen immer wieder Affen angelaufen, nehmen ein Buch aus dem Regal und verschwinden damit. Kurz darauf kommt dann ein anderer tierischer Geselle und bringt ein anderes Buch zurück.
Geschickte klettern sie an den Regalen hoch und lassen nie ein Buch fallen. Ada ist fasziniert. Woher die Affen wohl kommen? Und was machen sie mit den Büchern?
Sie beschließt der Sache auf den Grund zu gehen und landet am Ende bei Charles Cabbage. Er ist gerade dabei eine neue Maschine zu entwerfen, eine Rechenmaschine für Lord Goth. Um von seinen Freunden, den drei Affen, dabei nicht gestört zu werden, schickt er sie immer wieder los um ihm Bücher aus der Bibliothek zu holen. Faszinierend. Ada ist ganz angetan von den drei Affen und weil es schon Winter ist, beschließt sie, ihnen kleine Pullover zu stricken.

Ein großes Ereignis steht ins Haus - eine Hunde Show. Aber nicht irgendeine Hundeshow, nein eine Literatur-Hunde-Show. Dafür kommen solch berühmte Schriftsteller wie Sir Walter Splott, Plain Austen und Homily Dickinson nach Ghastly-Gorm Hall. Dieses Fest muss entsprechend geplant werden und so sind Adas Freunde damit beschäftigt zu backen und die vielen Kamine auf Hochglanz zu bringen. Ada langweilt sich ein wenig und so erlaubt ihr Vater ihr mit Charles Cabbage nach Gormless zu fahren. Hier trifft sie endlich auf ihre beste Freundin Emily, die ihr sogleich ihre neuen Schulfreunde vorstellt. Ada ist ein wenig neidisch, sie kann nicht mit zur Schule gehen, schließlich wäre ihre Gouvernante dann arbeitslos. Das geht nicht.
Emilys neue Freunde sind sehr, sehr schüchtern und so verläuft die Unterhaltung größtenteils auf Zetteln ab. Ada kann sich an viel gewöhnen und als sie erfährt, dass alle mit nach Ghastly-Gorm Hall fahren, ist die Freude besonders groß.

Schon in Gormless lernt sie einige der Schriftsteller kennen und nicht alle sind ihr sympathisch. Das Fest wird sicherlich trotzdem spannend, immerhin macht auch der hauseigene Bedienstete Maltravers mit.
Alles in allem versprechen die Ferien sehr spannend zu werden, doch Ada hat ein ungutes Gefühl. In der Nacht kommt es zu merkwürdigen Vorkommnissen und sie beschließt der Sache nach zu gehen.

Goth Girl and the Wuthering Fright ist der bereits dritte Band der Reihe um Ada und ihre Freunde auf Ghastly-Gorm Hall und leider bisher auch der schwächste. Das Buch zieht sich am Anfang gewaltig und wird erst nach der Hälfte wirklich spannend. Natürlich kann man sich schon einiges denken, wenn man die Hinweise gefunden hat und so kam das Ende für mich nicht überraschend.
Sehr schön sind die ganzen berühmten Figuren, die Chris Riddell hier wieder eingebaut hat. Besonders putzig ist eine junge Dame die mal eben Pferde stemmt. Ihr werdet nie drauf kommen wie sie heißt ;o)

So richtig stimmig fand ich das Ende auch nicht. Schließlich kommt es zu einigen Dingen bei dem Wettbewerb - also der Show - die dann gar nicht weiter verfolgt oder klar gestellt werden. Während es also am Anfang hapert, wird es am Ende hektisch und hier fehlt für zumindest diesen Strang die Erklärung.
Deshalb kann ich dem Buch keine volle Punktzahl geben.
Die wieder vielen und teilweise sehr süßen Bilder haben mich ein wenig besänftigt. Wer bis zum Schluss durchhält, kann sich dann wieder, wie bereits in den vorherigen Bänden, über ein kleines Heftchen freuen. Aber schaut bitte erst zum Schluss drauf, es verrät sonst irgendwie alles.

Es gibt eine Wendung am Ende, die mich nun gespannt auf weitere Bücher hoffen lassen. Dann könnte es für Ada nämlich eine große Veränderung geben.

Jetzt bei Amazon.de kaufen: Original-Ausgabe

Kommentar schreiben | Facebook | Twitter

Veiled

29.07.2016
EmpfehlungEmpfehlung
Cover Veiled Englisch

Die 18-jährige Ada Palomino wusste schon immer, dass es Geister und Dämonen gibt. Man wächst schließlich nicht mit einer Schwester wie Perry auf, die nicht nur gemeinsam mit ihrem Ehemann Dex eine eigene Geisterjäger-Show hatte, sondern die das Übernatürliche auch noch wie magisch anzieht, ohne selbst das ein oder andere merkwürdige Spektakel zu erleben.
Eigentlich dachte sie aber, dass sie nun, da ihre Schwester aus dem Haus und einigermaßen sicher ist, ein normales Leben führen könnte. In ein paar Wochen will Ada anfangen Design zu studieren und ihr großes Hobby Mode endlich zum Beruf machen. Doch Ada hätte wissen sollen, dass es für die Palominos nie so einfach sein könnte, denn schon bald beginnen sich in ihrem Haus merkwürdige Dinge abzuspielen. Sie hört Stimmen und sieht Schatten, wo in der Sekunde vorher nichts war. Am Schlimmsten sind aber ihre Träume, in denen es immer wieder nur auf das eine hinausläuft: Schlimme Visionen ihrer verstorbenen Mutter, die sie um Hilfe bittet.
Ada wäre so ziemlich zu allem bereit, um ihre Mutter noch einmal wieder zu sehen - wenn sie sich nur sicher sein könnte, dass dieses Ding, das sie immer wieder heimsucht, wirklich ihre Mutter ist. Doch sie ist nicht die einzige, mit der Ada in letzter Zeit beunruhigende Begegnungen hat. Da wäre nämlich noch Jay, der junge Mann, den sie auf Perrys und Dex Hochzeit kennengelernt hat, an den sich aber komischerweise niemand außer ihr zu erinnern scheint. Plötzlich ist er allerdings überall, wo sie hingeht - und er zeigt ihr eine völlig andere Welt, als sie selbst mit Perry an ihrer Seite bisher gesehen hat.
Doch durch Jay wird ihr auch klar, dass sich etwas Großes zusammenbraut - und ausgerechnet Ada scheint im Zentrum dieses Unheils zu stehen...

Mit Veiled hat Karina Halle etwas geschaffen, worauf viele ihrer Fans schon seit Jahren gewartet haben: Ein Spinoff und damit eine indirekte Fortsetzung ihrer Experiment in Terror Reihe. Ich habe mich jedenfalls wahnsinnig gefreut, als ich von ihrem Vorhaben gehört habe, denn die Experiment in Terror Bücher sind immer noch meine absoluten Lieblinge dieser Autorin.
Und glücklicherweise konnte Veiled in den meisten Dingen mit seinen Vorgängern auf jeden Fall Schritt halten. Ada ist eine sympathische Heldin, die in ihrem jungen Leben schon jede Menge Übernatürliches und Schreckliches gesehen hat - unter anderem den Tod ihrer eigenen Mutter, als sie von einem Dämon besessen war. Das nagt auch nach zwei Jahren noch schwer an ihr und das scheinen die Dämonen nur zu gerne auszunutzen. Sie schleichen sich in Adas Kopf und (zunächst nur) in ihre Träume, was zu einer Menge wirklich fieser, gruseliger Momente führt, die ich aber einfach fantastisch fand. Die Atmosphäre war so dicht und intensiv, dass man sofort in diese Szenen gezogen wird und sich richtig schön mitgruseln kann. Karina Halle hat hier ihrer Fantasie wirklich freien Lauf gelassen und die ist manchmal schon ganz schön perfide.
Und hier kommt Jay ins Spiel. Er sagt, dass er sie nur beschützen will und Ada würde ihm nur allzu gern glauben - was natürlich nichts damit zu tun hat, dass sie ihn unglaublich attraktiv findet. Tatsächlich scheint Jay bald der einzige zu sein, der Ada wirklich versteht und sie fängt an, sich sehr auf ihn zu verlassen. Doch sie muss auch feststellen, dass in ihm noch etwas anderes zu lauern scheint und er irgendetwas vor ihr verheimlicht. Trotzdem mochte ich seine Figur wirklich unglaublich gern. Er war geheimnisvoll und sehr oft zweideutig, aber ich habe nie aufgehört zu hoffen, dass er sich als guter Kerl herausstellt.
Natürlich gibt es auch ein bisschen Romantik in Veiled, allerdings steht die Handlung immer im Vordergrund. Die Liebesgeschichte entwickelt sich eher klammheimlich und fügt sich sehr gut in das Gesamtgeschehen ein, ohne die Grundgeschichte zu überschatten.

Eigentlich gibt es nur einen Punkt an Veiled, der mir ein wenig missfallen hat und ich kann ihn noch nicht einmal so richtig festnageln: Im Grunde ist es einfach, dass mir Ada, aus deren Sicht diese Geschichte ausschließlich erzählt wird, ein wenig zu erwachsen war. Sie ist 18 Jahre alt und daher in mancher Hinsicht noch ein Kind. Veiled ist zwar definitiv kein Jugendbuch, trotzdem war mir Ada hier und da ein wenig zu...altklug vielleicht? Sie wirkte jedenfalls manchmal einfach nicht altersgerecht auf mich.

Das ist aber wirklich nur ein kleiner Punkt in einer sonst sehr gelungenen Geschichte. Veiled ist gruselig, spannend, fantasievoll und auch ein bisschen romantisch und bietet somit eine perfekte Mischung, wenn man mal Lust auf eine etwas andere Art von Geschichte hat.
Außerdem kann man Veiled definitiv lesen, wenn man Experiment in Terror noch nicht kennt. Karina Halle hat sehr viel wert darauf gelegt, dass Veiled etwas eigenes ist, für das man kein Vorwissen braucht, was ihr auch definitiv gelungen ist. Trotzdem ist dieses Buch für Fans der ersten Reihe natürlich ein besonderes Schmankerl, denn es gibt nicht nur ein Wiedersehen mit Perry und Dex, sondern mit vielen anderen Charakteren aus diesesm Universum, mit denen man vielleicht nicht gerechnet hätte.

Übrigens ist Veiled bisher ein alleinstehender Roman, trotzdem hat sich Karina Halle jede Menge Türen für eine Fortsetzung offen gehalten - und ich hoffe sehr, dass sie diese irgendwann nutzen wird.

Jetzt bei Amazon.de kaufen: Original-Ausgabe

Kommentar schreiben | Facebook | Twitter

Mehr Rezensionen »