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24.

Mai 2013

Cover Never a Hero Englisch

Owen ist 28, hat einen angenehmen Job und eine schöne Wohnung in Tucker Springs. Auf den ersten Blick sieht bei ihm eigentlich alles ganz normal aus. Doch so sehr er es sich auch wünscht, Normalität gehört nicht zu Owens Leben. Denn von Geburt an fehlt ihm ein Arm. Seine Mutter, die immer Angst hatte, durch die Behinderung ihres Sohnes lächerlich gemacht zu werden, hat ihn ständig unter Druck gesetzt. So fing er als Teenager auch noch zu Stottern. Und als ob das noch nicht genug wäre, kämpft er auch mit seiner sexuellen Orientierung. Für seine Mutter wäre ein schwuler Sohn der letzte Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringen würde, doch Owen kann sich nur schwer selbst belügen. Er steht einfach auf Männer.
All das hat dazu geführt, dass Owen wie ein Einsiedler lebt. Er verlässt kaum seine Wohnung. Seinen Job als Grafikdesigner kann er von zuhause aus erledigen, Lebensmittel werden ihm geliefert und Freunde hat er schon lange nicht mehr.
Zumindest, bis Nick in die Wohnung unter ihm zieht. Der gutaussehende Tierarzt kommt wie ein Wirbelsturm in Owens Leben und reißt ihn aus seinem Trott. Nick versteht Owen wie kein anderer und stellt ihm auch noch seine Schwester June vor, die ebenfalls nur einen Arm hat. June geht allerdings ganz anders mit ihrer Behinderung um und probiert alles aus, was sie nur kann. Jetzt will sie Klavier spielen lernen - und überredet Owen mitzumachen.
Owen ist zwar ein bisschen überwältigt von all den Veränderungen in seinem Alltag, doch er muss zugeben, dass er genau das gebraucht hat. Vor allem Nick wird ein wichtiger Teil seines Lebens. Die beiden verbringen jede freie Minute miteinander und Owen wird schnell klar, dass er mehr will. Er ist sich eigentlich ziemlich sicher, dass die Anziehung auf Gegenseitigkeit beruht. Doch jedes Mal, wenn sie sich einander annähern, zieht sich Nick fast panisch zurück. Er verheimlicht ihm irgendetwas. Jetzt, wo Owen aber erlebt hat, wie es ist, wirklich glücklich zu sein, ist er allerdings nicht mehr bereit, das so schnell aufzugeben.

In Never A Hero, dem fünften Band der Tucker Springs-Reihe von Marie Sexton, wird ein ungewöhnlich ernster Ton angeschlagen und ich muss sagen, dass mir gerade das besonders gut gefallen hat.
Owen allein hat ja wie gesagt schon ein schweres Päckchen zu tragen. Unter dem strengen Auge seiner Mutter hat er sich zu einem sehr einsamen Menschen entwickelt, der sich sehr schlecht in normalen sozialen Situationen zurechtfindet. Sein Stottern hat er zwar mittlerweile größtenteils unter Kontrolle bringen können, sein Arm ist allerdings immer noch etwas, das ihn extrem hemmt und sein ganzes Leben bestimmt. Er flüchtet sich lieber in irgendwelche Fantasien, als sich dem echten Leben zu stellen. Trotzdem ist sein Verhalten nachvollziehbar und Owen selbst sehr sympathisch, wenn man erst mal versteht, wie viel Angst er hat.
Nick wirkt auf den ersten Blick dagegen perfekt. Wer die anderen Bücher kennt, hat ihn auch schon als Nebenfigur kennengelernt. Er ist attraktiv, freundlich, kommt mit jedem gut klar und durchbricht mit Leichtigkeit Owens Mauern, die er jahrelang um sich errichtet hat. Der Schein trügt allerdings, denn sein Geheimnis hat es in sich. Viel mehr möchte ich darüber noch gar nicht verraten. Nur, dass er sehr daran zu knabbern hat und ich als Leser nicht wüsste, wie ich an seiner Stelle damit umgehen würde. Allerdings hätte ich mir manchmal etwas mehr Offenheit von ihm gewünscht. Man kommt ihm zwar nicht so nahe, wie Owen (einfach weil wir seine Perspektive nicht kennen), aber trotzdem ist auch Nick ein Charakter, den ich sofort.

Allgemein muss ich sagen, dass mir die Dynamik in der Tucker Springs-Reihe gefällt. In vielen M/M Büchern gibt es kaum Handlung und es dreht sich eigentlich alles nur um Sex und Erotik. Natürlich gibt es auch in Never A Hero und den anderen Büchern dieser Reihe gleich einige sehr heiße Szenen, trotzdem sind diese nicht künstlich in die Länge gezogen oder drängen die eigentliche Geschichte in den Hintergrund. Die Balance stimmt einfach.

Mein einziger Kritikpunkt ist die Länge des Buches. Wie alle Teile dieser Reihe, umfasst auch Never A Hero nur knapp 200 Seiten. Die Geschichte hätte aber definitiv mehr hergegeben. Manche Dinge entwickeln sich einfach zu schnell. Zwar wird das Buch dadurch weder unverständlich, noch weniger emotional nachvollziehbar, etwas mehr Aufbau hätte der Geschichte aber dennoch nicht geschadet.

Lesenswert ist Never A Hero von Marie Sexton für Fans dieses Genres dennoch allemal. Vor allem für alle, die ein bisschen mehr wollen als nur Erotik. Leider gibt es Never A Hero wie alle Bücher der Tucker Springs-Reihe bisher nur auf Englisch.

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