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07.

Apr 2012

Cover Eternally deutsch

Im Château de la Fortune in Frankreich leben seit den zwanziger Jahren die Frauen der Schwesternschaft. Eugenia Snow ist zwar die jüngste der Frauen, doch gleichzeitig auch die stärkste und somit ihre Anführerin. Seit vielen Jahren suchen sie bereits nach verlorenen Schwestern und es scheint so, als wäre die wichtigste gefunden worden: Die Dunkle. Denn gemäß einer Prophezeiung der Internatsgründerin wird Die Dunkle die Schwesternschaft zur Freiheit ihrer Macht verhelfen und das Herz des Schicksals finden.
Nur aus diesem Grund gibt es diese Schule und jedes Jahr kommen Mädchen hier her, die von der Schwesternschaft geprüft werden. Jetzt soll auch Caitlyn auf dieses Internat gehen und in ihr ruht die Hoffnung der gesamten Schwesternschaft.

Nun ist Caitlyn alles andere als ein typischer Internatsschüler. Sie wohnt in Oregon mit ihrem Vater, ihrer Stiefmutter und den beiden Halbbrüdern. Caitlyns Mutter ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen, als sie vier Jahre alt war und so richtig einfinden kann sie sich in ihre neue Familie nicht, auch wenn Joy, ihre neue Mutter, ihr die gleiche Aufmerksamkeit und Liebe schenkt wie ihren beiden Söhnen.
Doch eigentlich will Caitlyn nur weg. Weg von ihrem Leben, weg von der High School und vor allem weg aus Oregon. Als sie eine Email von einer gewissen Madame Snow erhält, in der sie gebeten wird ihre Unterlagen einzureichen damit geprüft werden kann, ob sie ein Stipendium erhalten könnte, ist sie erst Feuer und Flamme, später kommen ihr aber erhebliche Zweifel. Was, wenn diese Email gar nicht für sie gedacht war? Wochen vergehen und jeden Tag kann sie es kaum erwarten die Post durchzusehen. Als dann doch der Brief aus Frankreich kommt hat sie gemischte Gefühle. Doch zu ihrer Überraschung wurde sie angenommen und darf nach Frankreich. Ihre Familie ist darüber geteilter Meinung. Einerseits wollen sie nicht, dass Caitlyn fort geht, auf der anderen Seite jagt ihnen ihre älteste Tochter Angst ein. Denn Caitlyn ist kein gewöhnliches Mädchen. Beinahe jede Nacht wird sie von Träumen heimgesucht aus denen sie mit einem Schrei erwacht. Sie nennt diese Träume 'Kreischer', denn ihr erscheinen Geister die sie nicht richtig erkennen kann, leider aber wohl sehr gut hören.
Sie hofft in einem anderen Land, weit weg von daheim, von diesen Träumen befreit zu sein. Und als ihre Eltern zustimmen, dass dieses Stipendium eine Chance ist, die man nicht ausschlagen sollte, kann sie an kaum mehr etwas anderes denken als an Frankreich.

Cover Wake Unto Me englisch

Als es endlich soweit ist, setzt ihr die lange Reise sehr zu. Auf dem Weg vom Flughafen zum Château schläft sie im Wagen ein und hat einen sehr lebhaften Traum von einem jungen Ritter auf einem Pferd. Sie kann ihn sehen und berühren, aber er sieht sie nicht.
In der Nacht vor ihrem Abflug aus Oregon hatte sie von ihrer Mutter geträumt. Diese beschäftigte sich zu Lebzeiten viel mit dem Schicksal der Menschen und so legte sie ihrer Tochter die Tarotkarten. Unter anderem wurde ihr 'Der Ritter der Kelche' zugewiesen und so glaubt sie dieser junge Ritter sei ihr Ritter der Kelche. Raphael. In den folgenden Nächten trifft sie immer wieder auf ihn und auf einmal kann er sie sehen und sogar berühren. Doch die Zeit, in der sie sich befinden liegt 400 Jahre zurück. Was soll das bedeuten? Raphael berichtet ihr von seiner Mutter, die als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde und Caitlyn ist geschockt - sie selbst hat geträumt auf dem Scheiterhaufen verbrannt zu werden. Alles was von ihr blieb, war ihr Herz. Und auch Bianca de' Medici, Raphaels Mutter, hinterließ in den Flammen nur ihr Herz.
Schon bald befindet sich Caitlyn auf der Suche nach den Verbindungen zwischen dem Château de la Fortune heute und damals. Denn Raphael hat an demselben Ort gelebt, an dem sie nun zur Schule geht. Aber wenn er vor 400 Jahren hier war und sie ihn in ihren Träumen besucht, fühlt es sich alles so echt an. Ist er trotzdem nur ein Geist?

Lisa Cach hat mal eine etwas andere Internatsgeschichte geschrieben. Ein wenig habe ich hier immer den Vergleich gezogen zur Evernight-Reihe von Claudia Gray, denn auch hier tauchen Geister auf. Doch die teils christlichen Anlehnungen und der starke Hang zur Historie machen das Buch irgendwie einzigartig.
Der Anfang ging leider sehr schleppend. Man erfährt im Prolog etwas über die Schwesternschaft und wieso Caitlyn eigentlich auf dieses Internat kommen soll. Danach erfährt der Leser etwas über Caitlyn und ihr Wesen. Doch bevor es so richtig losgeht und sich zu entwickeln anfängt vergehen mal eben 100 Seiten. Danach kann man das Buch aber auch beinahe nicht mehr aus der Hand legen. Der stetige Wechsel zwischen den Zeiten ist sehr angenehm zu lesen und Caitlyn ist ein recht sympathischer Charakter. Sie findet schnell Freunde und ist keine der Romanheldinnen die entweder in Selbstmitleid zerfließen oder grundsätzlich pessimistisch sind. Mit Feuereifer wirft sie sich in die Suche und versucht nicht nur Raphael sondern auch Madame Snow gerecht zu werden.

Es gibt im Laufe der Handlung immer wieder den einen oder anderen losen Faden, doch Lisa Cach verbindet am Ende alles zu einem logischen Schluss. Das fand ich sehr gut und bildet einen schönen Abschluss für ein Buch ohne Nachfolger. Jedenfalls habe ich keinen Folgeband gefunden.
Eine Sache ging mir während des Lesens jedoch auf die Nerven - das ständige darauf hinweisen, dass Caitlyn in ihren Träumen jede Sprache versteht und selbst fließend spricht. Diese Erwähnung hätte einmal gereicht, die meisten Leser können sich so etwas bis zum Ende hin merken.

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