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24.

Mar 2014

Jeder in Lakeland Village weiß, wie Charlottes Zukunft aussieht: Sie wird eines Tages die Ferienhäuschen ihrer Familie übernehmen und wie ihr Vater das Resort The Village leiten. Mit ziemlicher Sicherheit wird sie das mit Alec an ihrer Seite tun, denn alle sind sich sicher, dass die beiden irgendwann sowieso heiraten werden. Dass Alec nichts weiter als Charlottes bester Freund ist und die beiden auch nie als mehr ineinander gesehen haben, ist dabei anscheinend egal. Und so sehr Charlie ihre Heimat auch liebt, langsam ist sie sich nicht mehr sicher, ob sie sich für den Rest ihres Lebens um das Ferienresort kümmern will. Es muss doch noch mehr im Leben geben. Doch sie kann das ihrem Vater nicht antun und so fügt sie sich mehr oder weniger ihrem Schicksal.

Doch dann bekommen sie in dem Sommer, in dem Charlotte 15 ist, Gäste, die ihr Leben für immer verändern. Nate, sein Bruder Brandon und ihre Eltern machen zum ersten Mal Urlaub in The Village und eigentlich hatten die Brüder gar keine große Lust mitzukommen. Für Nate ändert sich das allerdings, als er Charlotte begegnet. Die beiden freunden sich an und schon bald empfinden sie mehr füreinander. Doch zwischen ihnen kann nie mehr sein als eine Sommerromanze - so sehr es auch wehtut.

Vier Sommer lang begleiten wir Nate und Charlotte in Nyrae Dawns Four Summers. Sie machen gemeinsam alles durch: Das Kommen und Gehen von Partnern, Verluste, Freude, Schicksalsschläge, viele große und kleine Dinge im Alltag und nicht zuletzt Erwachsenwerden. Und so sehr der Abschied jedes Jahr wieder schmerzt, die beiden können sich einfach nicht vergessen.
Jeder der vier Sommer ist abwechselnd aus der Sicht von Nate und Charlotte erzählt. So sollen wir beide Charaktere kennenlernen. Bei Charlotte funktioniert das auch ganz gut. Das schüchterne Mädchen, das sich in ihrem Leben gefangen fühlt und von allen eher als unauffälliges Mauerblümchen wahrgenommen wird, ist sympathisch und sehr nachvollziehbar dargestellt. Bei Nate ist das allerdings meiner Meinung nach nicht ganz so gut gelungen. Bei ihm hat Nyrae Dawn nicht so viel Liebe aufs Detail gezeigt, so dass er ein wenig farblos und ohne Ecken und Kanten daherkommt. Er ist nicht unsympathisch, aber leider einfach etwas langweilig.
Trotzdem habe ich Charlottes und Nates Geschichte gern gelesen. Ich glaube jeder von uns hatte als Teenager schon mal eine Sommerromanze und weiß, dass daraus in der Regel nichts werden kann. Doch diese beiden verbindet etwas Besonderes und sie wollen einfach nicht aufgeben. Mit 15 ist das Ganze noch sehr unschuldig und man kann es kaum ernst nehmen. In den folgenden Jahren ändert sich das aber. Sie werden erwachsen und müssen sich langsam ernsthaft um ihre Zukunft kümmern. Deshalb ist Four Summers nicht einfach nur eine Romanze, sondern auch eine Geschichte über das Erwachsenwerden.
Interessant fand ich aber auch die Nebencharaktere. Alec ist ein toller Kerl, der allerdings erst einmal schwer zu durchschauen ist. Will er nun mehr von Charlie, als reine Freundschaft oder nicht? Wieso hasst er Nate so? Diese Fragen werden beantwortet – allerdings nicht auf die Weise, die man vielleicht erwartet. Auch die weiteren Nebencharaktere wie Charlottes und Nates Geschwister Sadie und Brandon haben so ihre ganz eigenen Funktionen und haben etwas Abwechslung in die Geschichte gebracht.

Alles in allem hatte ich also Spaß an Four Summers von Nyrae Dawn. Trotzdem war es mir insgesamt aber doch ein wenig zu unschuldig. Es war mehr Jugendbuch, als New Adult, was natürlich klar ist, wenn man sich das Alter der Charaktere zu Beginn des Buches anschaut. Trotzdem waren mir die Zweifel und Schüchternheit der Figuren manchmal ein wenig zu viel. In einigen Szenen hat sich die Geschichte daher etwas gezogen. Aber so ist das nun mal mit dem Erwachsenwerden und wenn euch die Grundgeschichte interessiert, solltet ihr euch auf gar keinen Fall von Four Summers abhalten lassen.
Ein Sequel gibt es übrigens auch: Rush / Rush - Nur du und ich erzählt die Geschichte zweier weiterer Charaktere aus Four Summers.

Eine kleine Anmerkung hätte ich allerdings noch: Four Summers hatte unangenehm viele Rechtschreibfehler. Ich weiß nicht, ob mich meine Erinnerung trügt, aber ich hatte bisher das Gefühl, dass Nyrae Dawn mehr Wert auf Sauberkeit in ihren Büchern gelegt hätte. Bleibt zu hoffen, dass dies nur eine Ausnahme war.

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