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09.

Aug 2015

Cover The Year We Fell Down Englisch

Eigentlich hatte sich Corey ihr erstes Jahr am Harkness College anders vorgestellt. Anstatt mit Freunden rumzuhängen und ihrer großen Leidenschaft, dem Eishockey, nachzugehen, erwarten sie Physiotherapie und unüberwindbare Hindernisse - im wahrsten Sinne des Wortes, denn nach einem Unfall vor acht Monaten ist Corey gelähmt. Die meiste Zeit muss sie sich mit einem Rollstuhl oder aber mit ihren ziemlich unhandlichen Beinschienen und Krüken rumschlagen.
Ihre Eltern wollten eigentlich, dass sie ihre College Pläne für eine Weile aufschiebt, doch Corey braucht ganz dringend einen Tapetenwechsel und Abstand zu ihrer überführsorglichen Mutter. Doch das College-Leben macht ihr auch ein wenig Angst. Wer ist sie denn schon ohne Eishockey? Niemand weiter als das arme Mädchen im Rollstuhl. Glücklicherweise findet sie aber schnell ein paar neue Freunde, allen voran ihre Zimmergenossin Dana. Wer es ihr allerdings wirklich angetan hat, ist Adam Hartley, der junge Mann von gegenüber, der sich momentan ebenfalls auf Krüken fortbewegt. Doch im Vergleich zu Corey ist Hartleys Verletzung nur temporär. Trotzdem verstehen sich die beiden auf Anhieb - nicht nur, weil sie beide Eishockey lieben.
Es dauert nicht lange, bis Corey klar wird, dass sie in gehörigen Schwierigkeiten steckt, denn sie kann gar nicht anders, als sich in Hartley zu verlieben. Da gäbe es allerdings nur ein kleines Problem: Seine wunderschöne und perfekte Freundin (mit zwei funktionierenden Beinen) Stacia.

Was mir gleich von Anfang an richtig gut an The Year We Fell Down von Sarina Bowen gefallen hat war, wie ehrlich es mit dem Thema Lähmung umgegangen ist. Denn es wird ziemlich schnell klar gemacht, dass Coreys Zustand permanent ist. Von den Oberschenkeln abwärts spürt sie nichts. Ihr bleiben zwar noch Möglichkeiten, ihr das Gehen mit Schienen und Krüken zu erleichtern, bzw. ist durch moderne Technik immer noch Luft nach oben, doch sie wird nie wieder ohne Hilfsmittel gehen können. Das ist nicht nur für Corey sondern auch für den Leser erst einmal ganz schön schwer zu schlucken. Doch auch Dinge wie das Sexualleben als Gelähmte aussieht, oder warum sie Katheter und dergleichen braucht werden thematisiert. Auch wenn The Year We Fell Down eine Romanze ist, wird Coreys Umstand nicht romantisiert oder beschönigt und das fand ich wirklich toll.
Ihre Situation wurde allerding natürlich nur umso bittersüßer, als Hartley in ihr Leben tritt - denn bei ihm ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis er wieder seine Beine benutzen kann...und wieder aufs Eis darf. Außerdem fällt es ihr schwer, sich nicht mit "gesunden" Frauen zu vergleichen und ihr Selbstwertgefühl leidet stark darunter. Corey muss lernen, mit ihren neuen Umständen zurecht zu kommen und dafür muss sie akzeptieren, was ihr widerfahren ist. Man darf jetzt aber nicht erwarten, dass Corey den ganzen Tag nur jammert und sich beschwert - im Gegenteil. Sie ist eine fantastische Protagonistin, die mit ihrem Schicksal richtig gut umgeht. Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht jede Menge Rückschläge erlebt oder zufrieden ist und sich ihrer Situation ergibt. Sie ist eine Kämpfernatur und das merkt man auf jeder Seite.
Coreys und Hartleys Beziehung hat mir ebenfalls gut gefallen. Lange Zeit waren sie nichts weiter als gute Freunde. Sie haben einige Gemeinsamkeiten und ihnen fällt immer etwas Neues ein, über das sie zanken können. Doch es wird relativ bald klar, dass ihre Freundschaft nicht ganz platonisch ist - zumindest von Coreys Seite aus. Hartley ist nach wie vor in seiner sehr merkwürdigen Beziehung zu Stacia, bei der niemand so richtig vesteht, wieso er bei ihr bleibt. Doch auch Hartley kann nicht leugnen, dass ihn selten jemand so nahe war, wie Corey. Ihr könnt euch natürlich denken, dass das nicht ohne ein gewisses Hin und Her und etwas Drama von statten ging, aber es hilft sich im Rahmen und war nicht allzu übertrieben.

Das Einzige, was ich mir etwas schöner und intensiver gewünscht hätte, war .

The Year We Fell Down von Sarina Bowen war unterhaltsam, ehrlich, romantisch und emotional, ohne dabei kitschig zu werden. Und auch wenn die Handlung manchmal ein wenig vorhersehbar ist, ändert das nichts daran, dass ich Sarina Bowen und ihren Stil wirklich gern mochte. Den anderen Bücher dieser Reihe, die immer von einem anderen Paar handeln, werde ich deshalb ebenfalls bald eine Chance geben.

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