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04.

May 2011

~nia

Retribution Falls / Piratenmond

In Vardia sind Luftschiffe das Fortbewegungsmittel der Wahl. Darien Frey, dem Kapitän der Ketty Jay, wird ein unglaublicher hoher Gewinn für einen Überfall auf die Ace of Skulls angeboten. Obwohl er ein schlechtes Gefühl bei der Sache hat, nimmt er den Auftrag an. Allerdings explodiert die Ace of Skulls nach leichtem Beschuss vor seinen Augen und Frey wird klar, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann. Als er dann noch erfährt, dass der Sohn des Erzherzogs an Bord war und ein riesiges Kopfgeld auf Frey ausgesetzt wurde, wird deutlich, dass jemand ihm die Sache anhängen will. Zunächst versinkt Frey in Selbstmitleid, aber dann will er doch wissen, wer ihn da so hat auflaufen lassen. Zum Glück hat die Ketty Jay eine Crew mit der man Pferde stehlen kann.

Die Crewmitglieder sind:

Darian Frey - Kapitän. Die Ketty Jay ist sein Ein und Alles. Frey lebt für sein Schiff und die größeren oder kleineren Gaunereien, die er damit betreibt. Alles übrige liegt ihm nicht groß am Herzen - selbst seine Crew ist davon nicht ausgenommen. Seine Hobbys sind entsprechend oberflächlich: Frauen, Hochprozentiges und Rake, die Pokervariante, die überall in Vardia gespielt wird.

Silo - Ingenieur. Silo ist ein wortkarger Murthianer und damit in Vardia nicht gerne gesehen. Er hegt und pflegt die Ketty Jay, die bei dem unsteten Lebenswandel von Frey allerhand mitmacht, sodass ihm die Arbeit nie ausgeht. Ihn verbindet eine besondere Beziehung zu Frey.

Jez - Navigatorin. Jez heuert zu Beginn des Buches als Navigatorin auf der Ketty Jay an. Seit drei Jahren wechselt sie mehr oder weniger kontinuierlich die Jobs, weil sie einen Grund hat allen persönlichen Fragen aus dem Weg zu gehen. Sie ist eine so gute Navigatorin, dass sie schnell Freys Wohlwollen erlangt und dem Rest der Mannschaft näher kommt, als ihr lieb ist.

Crake mit Bess - Dämonist. Crake ist Gast auf der Ketty Jay und aus vornehmen Hause. Die Umstände haben ihn gezwungen, sein altes Leben hinter sich zu lassen und sich mit der zusammengewürfelten, barbarenhaften Truppe um Frey zu arrangieren. Das fällt ihm nicht gerade leicht, doch für seinen Golem Bess würde Crake noch ganz andere Dinge tun.

Malvery - Arzt. Malvery ist kein Arzt wie er im Buche steht: er ist dick, laut und konsumiert vermutlich mehr Alkohol - bevorzugt Rum - als alle anderen Crewmitglieder zusammen. Ärztlich tätig ist er nur, wenn's unbedingt sein muss. Für alle anderen Schandtaten ist er aber gerne zu haben.

Pinn - Begleitjäger mit Skylance. Pinn fliegt seine Skylance wie der Teufel, weil er dumm wie Brot ist. Schon die Vorstellung des Todes ist zu abstrakt für ihn. Er glaubt feste daran, dass er eines Tages als Held zu seiner Liebsten im heimischen Dorf zurückkehrt. Bis es soweit ist, verbringt er seine Zeit mit Herumhuren, Saufen und Geld verjubeln.

Hawkins - Begleitjäger der Firecrow. Hawkins hat Angst vor allem außer dem Fliegen. Einzig in der Firecrow, die zur Ketty Jay gehört, fühlt er sich so richtig wohl, auch wenn er kein so tollkühner Pilot wie Pinn ist. Wen man ihn lässt, redet er aus Angst und Unsicherheit ohne Punkt und Komma.

Schlacke - Kater. Schlacke kam als Kätzchen auf die Ketty Jay und hat sie seitdem nicht mehr verlassen. Er hält das Schiff weitgehend rattenfrei, schläft gerne auf Hawkins Gesicht und hasst die neue Navigatorin.

Chris Wooding ist mit Retribution Falls / Piratenmond ein extrem spannender und lustiger Abenteuerroman um eine bunte Gaunertruppe gelungen. Die Charaktere sind beileibe nicht nur sympathisch, sie entwickeln sich mit der Handlung aber ordentlich weiter, sodass man recht schnell mit ihnen mitfiebert. Man erlebt das Abenteuer aus der Sicht verschiedener Crewmitglieder, was dem Buch einen zusätzlichen Reiz verleiht.

Dass es sich bei Retribution Falls / Piratenmond um den Beginn einer Reihe (Tales of the Ketty Jay / Captain Darian Frey Saga) handelt, merkt man gar nicht, da das Buch ein rundes Ende hat. Im Gegenteil, ich habe mich riesig gefreut, als mir klar wurde, dass ich bald weitere Abenteuer um Frey und seine Mannen lesen darf. Auf dem Klappentext und bei Amazon wird das Buch als Sciene Fiction bezeichnet. Diese Genreeinteilung ist mir nicht ganz klar - da es nicht um Raumschiffe sondern um Luftschiffe geht und die ganze Welt nicht besonders futuristisch wirkt. Technisch ähnelt die Gesellschaft Vardias unserem ausgehenden 19. oder beginnenden 20. Jahrhundert. Dieser Kritikpunkt ist allerdings nicht dem Buch selber anzukreiden - deshalb von mir:

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