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14.

Aug 2016

Enthält Spoiler für die ersten beiden Bücher der Red Rising Trilogie Reihe.

Mittlerweile ist es Monate her, seit Darrow alles verloren hat, was er sich erkämpft hatte: Mustang hat ihn verlassen, als sie erfuhr, was und wer er wirklich ist. Es gibt Spannungen zwischen ihm und einigen seiner Gefährten, denn die Meinungen über das Vorgehen der Revolution und Sons of Ares gehen auseinander. Und am Tage seines Triumphs, an dem seine großen Leistungen geehrt werden, wird Darrow von jemandem, den er für einen Freund gehalten hat, bitterlich verraten.
Nun ist er schon so lange in Gefangenschaft des Jackals, dass Darrow gar nicht mehr weiß, wie viel Zeit vergangen ist. Gefoltert und in ein dunkles Loch gesteckt fühlt er sich mehr tot als lebendig und ist nur noch ein Schatten seiner selbst, der versucht an seinem Verstand festzuhalten. Er hat keine Ahnung, was mit seinen Freunden und Verbündeten passiert ist und ob sie überhaupt noch am Leben sind.
Doch die Söhne von Ares waren in Darrows Abwesendheit nicht untätig und ihr Aufstand ist noch lange nicht vorbei. Jetzt ist es an der Zeit entgültig die Unterdrückung und Arroganz der Goldenen Oberhäupter ihrer Gesellschaft zu zerschlagen. Doch der Jackal ist gewieft und scheint immer genau zu wissen, was der nächste Schritt seiner Feinde sein wird.
Eines ist allerdings allen klar - es wird Opfer auf beiden Seiten geben...

Ich will sonst gar nicht mehr über den Inhalt von Morning Star / Tag Der Entscheidung von Pierce Brown verraten. Alles, was man von der Handlung her über das letzte Buch der Red Rising Trilogie Reihe zusätzlich erzählt ist fast schon zu viel verraten, denn schon von Anfang hat wartet der Autor hier mit einer Überraschung nach der nächsten auf und diese Erfahrung will ich niemandem nehmen. Ich hatte große Angst vor dem Finale dieser Reiher, einfach weil ich WUSSTE, dass es ein schwieriges Buch sein würde. Doch ich hatte keine Ahnung, wie hart die Reise wirklich wird, auf die uns Pierce Brown hier schickt. Es ist allerdings jede einzelne niederschmetternde und beeindruckende Seite wert.
Deshalb werde ich mich eher an die Charaktere und die Stimmung halten, die dieses Buch vermittelt. Angefangen natürlich mit Darrow: Ich mochte Darrow schon immer. Er hatte schwere Entscheidungen zu treffen und ich war nicht immer mit seinem Verhalten einverstanden, aber es war trotz allem immer nachvollziehbar. Dennoch mochte ich ihn in keinem der anderen Bücher so sehr, wie in diesem. Er ist menschlicher als je zuvor - selbst als er noch ein normaler Mensch war und in den Minen des Mars gelebt hat. Er macht sich große Sorgen über die Zukunft seines Volkes, egal welcher Farbe, und ist sich seiner Fehler und Schwächen komplett bewusst. Diese Verletzlichkeit hat mir lange Zeit ein wenig in ihm gefehlt, macht ihn aber jetzt nur umso sympathischer. Doch natürlich sind auch die anderen Charaktere wieder mit von der Party, wovon mir viele sehr ans Herz gewachsen sind. Vor allem Sevro, Victra und Ragnar sind wundervolle Figuren, die eine wichtige Rolle in dieser Geschichte gespielt haben und über die ich jedes mal wieder gerne gelesen habe.
Vor allem Sevro hat eine gehörige Portion (ziemlich derben) Humor mit in die Geschichte gebracht, der aber auch nötig war, denn Morning Star / Tag Der Entscheidung ist über weite Teile des Buchs eine ziemlich bittere Erfahrung – allerdings im besten Sinne. Es gibt so viele Wendungen und schlichtweg geniale Pläne und Ideen, dass man sich nie wirklich sicher sein konnte, wo man denn jetzt eigentlich genau steht. Selbst wenn man Vermutungen hat, kann man sich fast sicher sein, dass Pierce Brown noch mindestens zwei Schritte weiter geht, als wir es uns ausmalen konnten.
Der Autor hält sich außerdem mit nichts zurück: Er schreckt weder vor brutalen Szenen, noch vor Vorrat zurück...und er scheut sich auch nicht, geliebte Charaktere zu opfern, sollte es die Geschichte so verlangen...

Dementsprechend getroffen haben mich viele Szenen in diesem Buch. Ich musste es mehrere Male zur Seite legen und das eben Geschehene erst einmal auf mich wirken lassen und verdauen, bevor ich weiterlesen konnte. Zwei konkrete Momente gab es außerdem, an denen ich mir sogar die Augen aus dem Kopf geheult habe. Doch dann geschieht wieder etwas so Brillantes und Unfassbares, dass man erneut Hoffnung schöpft. Irgendwann hatte mich Pierce Brown sogar soweit, dass ich mit den Tränen in den Augen leicht hysterisch gekichert habe (kein Witz).

Deshalb ist Morning Star / Tag Der Entscheidung von Pierce Brown zwar sicher kein leichtes Buch, aber es ist schlichtweg der perfekte Abschluss dieser Reihe. Es ist dramatisch und schrecklich und manchmal fragt man sich, ob die Sache wohl jemals gut für die Menscheit ausgehen kann. Aber es war auch ein hoffnungsvolles und actiongeladenes Buch, voller genialer Einfälle. Einige der Schlachten und Pläne, die Darrow und seine Freunde arrangieren, waren wirklich bombastisch und trotz der oftmals verheerenden Auswirkungen eine Freude zu lesen, einfach weil Pierce Brown eine so komplexen Welt geschaffen hat.
Ich hätte mir kein passenderes und (für diese ungewöhnliche Science Fiction Geschichte) realistischeres Ende vorstellen können.

Pierce Brown ist aber noch nicht ganz fertig mit dieser Welt, denn es ist bereits eine Spin-Off Reihe namens Iron Gold geplant, die allerdings von anderen Figuren handeln und erst 2017 erscheinen wird.

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