Buchjunkies


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30.

Aug 2018

Cover Die Buchhandlung

Florence Green hat beschlossen noch einmal von vorn anzufangen. Sie ist verwitwet und einsam im kleinen englischen Küstendorf Hardborough. Da kommt ihr eine Aufgabe gerade richtig.
Sie beschließt das Old House zu kaufen, halbwegs in Schuss zu bringen und eine Buchhandlung zu eröffnen. Schließlich braucht jeder eine Buchhandlung.
Mit ihrem Vorhaben rennt sie jedoch nicht nur offene Türen ein. Die Dame des Ortes, Mrs. Gamart, hatte mit dem Old House ihre ganz eigenen Pläne und lässt Florence das auch wissen. Allen Überredungskünsten zu trotz zieht sie in das alte, feuchte Gemäuer und eröffnet ihre Buchhandlung.

Einige Bewohner des Ortes freuen sich über die Buchhandlung und helfen, wenn sie können. Und so beginnt Florence damit ihren kleinen Laden zu sortieren und auf Kundschaft zu hoffen.
Schnell wird der Ruf nach einer Leihbibliothek laut, da die vorherige schließen musste. Eigentlich will sie ja Bücher verkaufen und nicht verleihen, aber die Idee an sich findet sie gut.
Das System hat so seine Tücken und die Menschen im Ort haben ihre eigenen Vorstellungen, wie der Laden zu laufen hat.

Als Florence merkt, dass sie das alles nicht allein stemmen kann, bekommt sie eine Aushilfe, die so gar nichts mit Büchern anfangen kann. Ob das gut geht?
Zu allem Übel wohnt Florence nicht allein in dem Haus, ein Klopfer treibt sein Unwesen und jagt so manchem Kunden und auch Angestellten einen Schauer über den Rücken.

Ich habe eigentlich eher zufällig zu diesem Buch gegriffen. Ich wusste, dass es einen Film dazu gibt und habe mir dann überlegt, ich könnte ja erst einmal das Buch lesen.
Es ist ein älteres Werk, welches 1979 das erste Mal erschien und nun mit einem Nachwort von David Nicholls neu aufgelegt wurde.

Ja, ich musste David Nicholls erst einmal suchen, da ich mit dem Namen nichts anfangen konnte. Nachdem ich nun weiß wer es ist, frage ich mich, warum er ein Nachwort dazu geschrieben hat. Ich habe es gelesen und war irgendwie ... genervt. Er hat die Figuren einzeln bewertet und in diesem Buch wahnsinnig viel Komik gefunden. Ich weiß nicht genau wo er die gefunden hat, aber nun ja.

Die einzelnen Figuren, die Penelope Fitzgerald hier miteinander agieren lässt bleiben erstaunlich grau. Bis auf ein paar wenige optische Merkmale gibt es keinerlei Beschreibungen, was irgendwie auch mal ganz schön ist. So hat man keinen speziellen Typ im Kopf und kann sich durch die Handlungen leiten lassen.
So richtig sympathisch ist einem am Ende allerdings auch kaum eine Figur. Jede ist irgendwie verschroben, eigenwillig und hat abweisende Züge an sich. Am ehesten bleibt da Florence haften. Klar, sie ist der Charakter der im Fokus steht, aber auch der selten vorkommende Mr. Brundish klingt nach. Beide haben eine Leidenschaft zum Buch und in dieser Beziehung schlagen ihre Herzen im Gleichklang.

Bei The Bookshop / Die Buchhandlung handelt es sich nicht um einen der üblichen Romane die es derzeitig auf dem Buchmarkt gibt, in dem eine einsame Frau ein verkorkstes Leben hat, einen Laden / ein Haus erbt und dann ein Geschäft leitet von dem sie eigentlich keine Ahnung hat (die ich übrigens auch gerne lese ^^).
Und doch ist es dann genau so eine Geschichte. Ich kann es schwer in Worte fassen, aber wer sich mit diesem Buch befasst, braucht etwas mehr Zeit und macht sich vielleicht ein paar Gedanken um die kleine Existenz der Buchhandlung.

Ein, wie ich finde, mal was anderes Buch und vielleicht gerade deshalb mitreißend.

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