Buchjunkies


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05.

Sep 2018

Cover Kaiserschmarrndrama

Enthält Spoiler zu den ersten Teilen der Franz-Eberhofer-Serie.

Auf dem Eberhofer-Hof ist die Hölle los. Bauarbeiter gehen ein und aus, es wird gehämmert, gebohrt und gesägt. Im Augenblick kann Franz gar nicht schnell genug ins Büro fahren.
Lange muss er nicht warten, bis er wieder einen Fall auf dem Tisch hat, der ihn etwas mehr fordert als die üblichen Falschparker oder Geschwindigkeitsjunkies in Niederkaltenkirchen.

Im Wald, in dem Franz so oft mit dem Ludwig unterwegs ist, wird eine Frauenleiche gefunden - nur mit einem Slip bekleidet. Dass sie einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist, steht außer Frage. Jemand hatte der hübschen Frau mit einem harten Gegenstand den Schädel eingeschlagen.
Schnell ist klar, dass es sich bei der Toten um die neue Untermieterin bei den Simmerls handelt. Simone Kitzeder hatte sich vor einigen Wochen in die Räume vom Sohnemann Max eingemietet, denn es wiederum in die weite Welt gezogen hat.
Die ersten Ermittlungsergebnisse sind dürftig. Bei der Toten handelt es sich um die Schwester des Gemeindepfarrers einen Ort weiter. Simone war bei ihren Nichten beliebt, ihr Bruder hat sie vergöttert, nur ihre Schwägerin trug eine sauertöpfische Miene zur Schau. Offenbar fühlte sich die Gattin von der Nebenbuhlerin bedroht. Nun, das hatte ja jetzt ein Ende. Ob sie gar ihre Konkurrenz selbst ermordet hat?

Im Dort kennt die Tote eigentlich keiner so richtig. Die Simmerl nur als Untermieterin und sonst war sie eher unter sich. Als Franz sich mit dem beruflichen Umfeld Simones beschäftigt wird es allerdings interessant. Quasi im Home Office, hat sie ihr Geld verdient und sich dabei nicht mit viel Kleidung aufgehalten.
Da der Rudi gerade eh nicht so viel zu tun hat und Franz neben dem Mordfall ja auch noch die Sippe daheim an der Backe hat, spannt er seinen alten Kollegen und Kumpel Birkenberger ein. Der ist - wie immer - beleidigt, weil sich Franz nicht so rührend um ihn kümmert, wie er es sich wünscht. Aber bevor er sich in der Reha zu sehr langweilt, stellt er Recherchen an und knackt nebenbei noch den Rechner der Toten.
Nun kennen sie ihre Kundendatei und da wird Franz so einiges offenbart, was er so lieber nicht gewusst hätte.

Und während Franz knietief in den Ermittlungen steckt, bahnt sich daheim ein ganz anderes Drama an, das ihn gewaltig aus der Bahn wirft.

Der nun schon neunte Teil der Franz-Eberhofer-Serie bietet wieder viel geballtes Niederkaltenkirchen. Privat ändert sich für Franz Eberhofer einiges in diesem Buch und auch dienstlich gibt es eine Neuerung - ein neuer Wagen. Das Model kannte ich bislang nicht, ich habe es also erst einmal gegooglet. Ja, es passt zum Franz ^^
Es dauerte auch in diesem Buch wieder etwas, bis der Mordfall ins Rollen kam und die Ermittlungen nicht nur nebenbei liefen. Die richtige Mischung hat Rita Falk leider noch nicht wiedergefunden. Da ich das Buch allerdings wieder als Hörbuch gehört habe, hat es mich nicht so sehr gestört. Franz bekommt zudem zweierlei Unterstützung - die vom Rudi und die von einer Sonderkommission aus München.
Christian Tramitz kommt in diesem Buch so richtig in Fahrt was die stimmliche Abwechslung angeht und ich fand es grandios.

Die Geschichte an sich war okay und beim Mitermitteln hatte ich auch die eine oder andere Theorie. Dieses Mal ging mir Rudi ehrlich gesagt ziemlich auf die Nerven. Er ist ja generell ein Jammerlappen, wenn es um die Gesundheit und die Aufmerksamkeit geht. Das dürfte sich auch gern mal ändern. Vielleicht braucht er ja dann doch mal eine Frau? Oder wenigstens ein Haustier.
Humorvoll war das Buch auch dieses Mal wieder, jedoch auch ganz schön traurig. Nein, ich verrate nicht warum, aber ich musste schon echt schniefen.

Gelesen hätte ich die Reihe bis zu diesem Teil vermutlich nicht, aber wenn künftige Bände wieder von Christian Tramitz eingelesen werden, bin ich weiterhin ein Zuhörer.

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