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15.

Jul 2019

Cover Komme was Wolle

Abschiede sind immer schwer, aber als ihre beste Freundin Tanja sich mit ihrem Mann ins exotische Singapur aufmacht, bleibt Franzi allein zurück. Ihre Mutter und deren neuer Lebensgefährte genießen das Leben in vollen Zügen auf Teneriffa und sind ebenfalls ständig unterwegs.
Nur Franzi ist in Nürnberg und außer ihrer Arbeit als Physiotherapeutin hat sie nicht viel. Keinen Mann an ihrer Seite, nicht mal ein Haustier und jetzt auch keine Freundin mehr für spontane Frauenabende.

Franzi fühlt sich mit ihren dreißig Jahren eigentlich noch zu jung um alleine zu versauern, also muss etwas passieren - aber was? Ihre Chefin würde ihr gern die Praxis überlassen, wenn sie sich zur Ruhe setzt. Dann aber würde sie nie aus Nürnberg heraus kommen.
Die Entscheidung nimmt ihr jemand anderes ab - ihre Tante Gerlinde ist verstorben und hat ihr das Häuschen samt Laden vererbt. Das trifft Franzi etwas plötzlich, kann sie sich doch kaum noch an die Tante erinnern, die sie über 20 Jahre nicht gesehen oder gesprochen hat.
Ist das ein Wink des Schicksals? Was hatte sie zu verlieren, wenn sie es versuchen würde? Und Westersum ist definitiv mal etwas anderes als immer nur Nürnberg.
Eine Überraschung mehr hat die Notarin dann doch noch für Franzi. Die hat nämlich nicht nur das Haus sondern auch deren letzte Bewohner geerbt - das Entenpaar Janis und Jim sind auch gleich vor Ort um sie kennen zu lernen.

Einige Wochen später ist es soweit. Franzi ist samt Ente und Erpel auf dem Weg in den hohen Norden. Tanja ist ganz aus dem Häuschen, dass Franzi den Sprung ins kalte Wasser wagt und ist tierisch gespannt wie es an der Nordsee klappt.
Vor Ort angekommen erinnert sie sich an ihren Besuch in Tante Gerlindes 'Wunderkiste', wie der Handarbeitsladen treffend heißt. Nun heißt es sich als Landpomeranze an der Küste einzuleben. Gar nicht so einfach, aber während ihr viele mit Argwohn gegenüber treten, hat die Bäckersfrau sie gleich ins Herz geschlossen. Und auch der Makler Sönke Lauberg scheint nicht nur am Haus interessiert zu sein.

Aber schon kurz nach ihrem Ankommen beginnen die Angriffe auf ihr Hab und Gut. Irgendjemand will sie loswerden, aber Franzi ist nicht gewillt so schnell aufzugeben. Der charmante Friseur Jan von nebenan steht ihr genauso zur Seite wie das Seniorenkleeblatt, das Franzi ebenfalls geerbt hat. Gemeinsam werden sie Haus und Laden wieder auf Vordermann bringen. Oder hat sie sich zu viel vorgenommen?

Komme, was Wolle hat mich in der Verlagsvorschau angelacht und so landete es gleich mal auf der 'will-ich-lesen'-Liste. Gemeinsam mit ein paar Freundinnen, habe ich das dann auch getan. In jedem Kapitel befindet sich etwas Handgearbeitetes, das sich am Buchende noch einmal als Anleitung findet. Diese Kombination aus Bastelanleitungen und Roman war auch das, was mich so angesprochen hat an diesem Buch. Klar kennt man Rezepte in einem Buch, aber so ist es noch mal etwas anderes.
Ausprobiert habe ich die Anleitungen noch nicht, aber die Vorbereitungen sind bereits in vollem Gange. Zu den Anleitungen kann ich so also erst einmal nicht viel sagen. Die Bilder sind natürlich nur in schwarz/weiß, aber im Umschlag des Buches auch noch in Farbe zu finden. Das finde ich so sehr praktisch.

Nun zur Geschichte. Franzi ist mir eigentlich nicht unsympathisch, aber sie ist unfassbar naiv. Es ist natürlich schön, wenn man anderen Menschen gegenüber unvoreingenommen ist, aber sobald man eine negative Erfahrung gemacht hat, sollte man vielleicht daraus lernen. Franzi nicht. Sie läuft mit offenen Augen vor die Wand.
Zu Beginn fängt alles super an. Da sind dieses renovierungsbedürftige Haus, ein schnuckliger Laden und eine Menge Menschen drum herum. Die Seniorentruppe mochte ich sofort, genauso den Nachbar Jan. Bei den anderen Leuten war ich erst mal vorsichtig, schließlich ist man an der Küste ja doch ein anderes Völkchen als im Süden. Franzi gibt sich wirklich Mühe mit allen in Kontakt zu kommen und so schließt sie auch bald Freundschaften. Das läuft soweit gut, ebenso die Renovierung. Die Handwerker sind allesamt zum Knutschen und auch Rieke ist eine Freundin die man gebrauchen kann.

Klingt doch gut, oder? Ja, tut es. Daraus hätte man so viel machen können. Leider verlaufen einige Sachen einfach so im Sande, ihr gegenüber ablehnende Menschen sind im Handumdrehen die Freundlichkeit in Person und die Liebesgeschichte kommt einfach nicht voran. Am Ende sitzt man dann da mit der Frage 'Und jetzt?'.
Man hat beim Lesen das Gefühl, dass die Autorin um ihre Handarbeitsanleitungen eine Geschichte stricken musste und so ist es leider auch geworden. Sehr schade. Ich hatte mich so drauf gefreut.

Mein Lichtblick sind die Enten. Das hat man in Büchern jetzt nun wirklich ganz selten. Aber auch die sind zu Beginn sehr präsent und im Verlauf nur noch sporadisch zu finden. Als müsse sich die Autorin daran erinnern, dass sie da ja noch ein paar Figuren hatte.
Nun werde ich noch herausfinden ob ihre Anleitungen mir zusagen.

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