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01.

Sep 2012

Cover Lichtpfade deutsch

Enthält Spoiler zum ersten Teil der Die Chroniken der Akkadier-Reihe Seelengold.

Der Kampf mit der Tarykkönigin Assora hat ein großes Opfer gefordert - die Akkadia Diriri. Seither giert Thanju nach Rache, doch weiß er nicht wie tief die Rache geht. Er ist sich selbst nach ihrem Tod seiner Gefühle für sie nicht sicher. Doch auch alles Grübeln bringt ihn nicht weiter. Auch Selene und Roven sind auf der Jagd nach Assora, doch viel mehr nach dem Halbblut das sie kreiert hat. Roven kann es noch immer nicht verkraften, dass seiner geliebten Selene das Menschenleben genommen wurde, auch wenn sie als seine Gefährtin zurückkehrte.

Thanju hingegen ist nun völlig allein. Diriri war seine einzige Bezugsperson in seinem einsamen Leben in den verschneiden Gegenden seiner Heimat. Nicht nur, dass ihm nun eine Wegesgefährtin fehlt, er hat auch ohne sie keine Möglichkeit mehr heiliges Blut zu trinken. So schwächt ihn jeder Kampf und jede Wunde ein wenig mehr, bis er glaubt dieser Welt endlich den Rücken kehren zu können.
Doch da hat er die Rechnung ohne die Götter gemacht, denn nicht weit entfernt liegt eine junge Isländerin in einer Höhle und kämpft mit ihrer Erinnerung. Im ersten Moment sitzt sie noch auf ihrer Lieblingsstute, prescht über die weißen Weiten - und in der nächsten liegt sie im Schnee und friert, während von ihrem Pferd jede Spur fehlt.
Doch sie muss nicht lange alleine in der Höhle sitzen, bald erscheint ein großgewachsener Mann in einfacher Kleidung und einem langen Zopf am fast kahlen Schädel. Aus irgendeinem Grund empfindet sie ihm gegenüber aber keine Furcht.

Thanju wird durch die Sterne, seinen einzigen Bezug zum Götterreich Enûma, zur Höhle geleitet in welcher er eine junge Frau findet. Er kann an ihr den Geruch des heiligen Blutes riechen, doch sie scheint überhaupt keine Ahnung zu haben, was mit ihr passiert ist. Dabei wird eine Akkadia nachdem sie von einem der Götter erwählt wird auf ihr neues Leben vorbereitet. Hier scheint jemand seine Aufgabe sträflichst vernachlässigt zu haben. Ob das den anderen Göttern bekannt ist? Und was soll er nun mit dem jungen Ding anfangen?

Im Götterreich ist es keinesfalls unentdeckt geblieben, das Noah, der Bruder Jolina, die Selene und Roven auf dem Weg zum Akkadier begleitet hat, eine unerfahrene Akkadia auf der Erde gelassen hat. Jolina macht sich auf den Weg zu ihrem Bruder Elias, auch wenn sie dafür ins Reich der Nihr muss, einem Ort der Vergnügungen und Gelüste. Selbst die Tochter der Liebesgöttin, den körperlichen Vergnügungen entsagend, erfährt hier ganz neue Gefühle. Auf ihrem Weg durch sich windende Leiber und Geräusche die sie sofort erröten lassen, gelangt sie an einen beeindruckend gebauten Sator der ihr einen heißen Kuss entlockt. Etwas verstört gelangt sie dann doch zu ihrem Bruder und gemeinsam mit ihm gestatten sie Noah einen Besuch ab. Es kommt zum Streit und Noah flieht beinahe vor seinen Geschwistern. Jolina hat nun nur eine Chance um ihren Bruder vor dem Zorn der Mutter zu retten - sie wird sich auf den weiten Weg nach Baskhardan machen - zur Kehrseite Enûmas. Noch weiß sie nicht, dass sie diesen Weg nicht allein bewältigen wird.

Thanju plagt sich derweil mit der jungen Elín herum, die den Ernst der Lage weder erkennt noch begreifen will. So machen sie sich gemeinsam auf den Weg und der Akkadier hofft in der Zeit ihr das neue Leben mit ihrer Bestie näher zu bringen. Doch nicht nur zwischen Elín und ihrer Bestie kommt es zu Annäherungen, auch der sonst so abgeklärte Tibeter kann sich der belebenden Wirkung der jungen Frau nicht entziehen. Und so ist es nicht nur das körperliche Verlangen nach ihrem Blut, was ihm Kopfschmerzen bereitet.
Und so ganz nebenbei haben sie noch ein Wesen zu jagen, das mordend durch Island zieht.

Der zweite Teil der Reihe von Jordan Bay beginnt nur knapp nach den Ereignissen des ersten Bandes Seelengold. Man kann die Verzweiflung des Charakters Thanju sehr gut nachvollziehen, jedoch brachte mich der Perspektivenwechsel zwischen 4 Personen etwas durcheinander. Nach ein paar Kapiteln hat man sich allerdings daran gewöhnt und ist beinahe frustriert, wenn wieder ein Abschnitt endet und ein anderer Charakter am Zug ist.
So begleitet der Leser auf der einen Seite Thanju und Elín, dann wieder Jolina und Diriri. In den ersten Kapitel steht dieser Teil dem anderen ein wenig nach im Spannungsaufbau und dem Verlauf der Ereignisse nach. Ab dem zweiten Drittel ist es dann allerdings wieder so spannend, dass man beinahe jede Minute zum Lesen nutzt.
Natürlich kommt auch in diesem Band die Erotik nicht zu kurz - sie ufert sogar etwas aus. Ein wenig gestört hat mich die schnelle Entwicklung Thanjus. Gerade sein eher abweisender Charakter hätte hier länger brauchen müssen um sich an die Situation zu gewöhnen, aber so bliebe natürlich weniger Zeit für die sinnlichen Stunden des Buches ;)

Schlussendlich eine sehr gelungene Fortsetzung, die Lust auf mehr macht. Die Autorin hat eine Novelle verfasst unter dem Titel Das Blut der Akkadier, diese soll bald als Download zur Verfügung stehen. Ich bin schon sehr gespannt darauf.

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