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30.

Nov 2011

~ND

Fire Study / Yelena und die verlorenen Seelen

Enthält Spoiler zu Poison Study / Yelena und die Magierin des Südens und Magic Study / Yelena und der Mörder von Sitia.

Zwar haben Yelena und Valek es in letzter Sekunde geschafft, Ferde davon abzuhalten sein Ritual zu vervollständigen und konnten ihn gefangen nehmen, doch die Freude darüber währt nicht lange. Ausgerechnet Cahil begeht Verrat und befreit Ferde aus seiner Zelle. Gemeinsam sind sie nun mit einer Gruppe Daviian Vermins auf der Flucht und keiner weiß, wo sie sich aufhalten.
Doch dann bekommt Yelena einen Tipp von Moon Man und zusammen mit Leif und Marrok, dem alten Anführer von Cahils Heer, machen sie sich auf die Verfolgung. Gleichzeitig plagen Yelena aber auch erste Zweifel, was sie mit ihren Mächten überhaupt anfangen soll, jetzt wo sie weiß, was sie alles tun kann. Die Leute begegnen ihr entweder mit Furcht oder sehen zu ihr als ihr Anführer auf, der alles stets im Griff haben soll. In Wirklichkeit hangelt sich Yelena aber nur von Situation zu Situation und ist meist heilfroh, mit dem Leben davon zu kommen. Langsam bekommt sie das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Jeder erwartet etwas von ihr und der Druck wächst ihr über den Kopf.
Als wäre das noch nicht genug, schickt ihr jemand Botschaften durch das Feuer und die erschrecken Yelena mehr, als sie zugeben möchte. Sie hat stark Roze im Verdacht, kann ihre Schuld aber nicht beweisen.
Schon bald ist das aber irrelevant, denn die Suche nach Ferde und Cahil hat absoluten Vorrang. Die Gefährten haben zwar nur wenige Anhaltspunkte, doch es ist klar, dass die Flüchtlinge nichts Gutes im Schilde führen. Das große Ganze können Yelena und ihre Freunde zwar noch nicht überblicken, allerdings säumen wieder Ritualmorde den Weg der Daviian und sie gewinnen immer mehr an Macht und Einfluss. Es dauert nicht lange und der Spieß ist umgedreht.
Wie sollen Yelena und ihre Freunde aber eine Chance gegen sie haben, wenn es so aussieht, als könnten sie niemandem mehr vertrauen und selbst zu Gejagten werden?

Der letzte Teil von Maria V. Snyders Study / Yelena-Reihe hat wieder absolut zu überzeugen gewusst. Trotzdem fällt es mir ziemlich schwer meine Meinung zu Fire Study / Yelena und die verlorenen Seelen zu fassen.
Von Anfang an hat es sich ein bisschen anders gelesen, als seine beiden Vorgänger. Es wirkte irgendwie ein bisschen unheilvoll, was sicher auch an Yelenas Laune und Einstellung lag, denn sie weiß wirklich nicht so recht, was sie mit sich anfangen soll. Sie ist zwar wie gewohnt stark und sarkastisch, dahinter verstecken sich aber jede Menge Zweifel, die ihr und ihren Freunden einiges abverlangen. Ich kann nicht sagen, dass ich immer einverstanden war, mit den Einstellungen, Taten und Launen der einzelnen Charaktere, allerdings hat es Gott sei Dank keinen Einfluss auf die Sympathien genommen.
Allerdings haben sich dadurch ein enormer Druck und eine entsprechend gedrückte Stimmung aufgebaut, die dem Buch eine recht melancholische Stimmung verliehen hat. Überhaupt wusste ich oft nicht, ob ich jetzt lachen oder weinen sollte und gerade gegen Ende haben sich die beiden Emotionen im Minutentakt abgewechselt. An Spannung und Wendungen mangelt es in diesem Buch wahrlich nicht.
Womit ich ein bisschen zu kämpfen hatte, was mir gleichzeitig aber irgendwie auch gefallen hat, war, dass die Geschichte nicht mehr so direkt und greifbar war, wie in den anderen beiden Büchern. Die Magie und ihre Auswirkungen haben keine geordneten Bahnen und es ist alles möglich, gerade was Yelenas Kräfte und ihren Platz als Seelenfinder angeht. Das war teilweise fast ein bisschen viel und überfordernd, hat andererseits aber prima zur erdrückenden Stimmung gepasst.
Einziger echter Kritikpunkt ist, dass einzelne Elemente gerade im Mittelteil sehr an die Geschehnisse vom zweiten Band erinnert haben, vor allem was die Rolle der Daviian und ihrer Riten angeht. Zwar hat das alles seinen Sinn und wird am Ende logisch zusammengesetzt, allerdings hat es zu dem Zeitpunkt etwas aufgewärmt gewirkt. Das hätte man cleverer und frischer hinkriegen können.

Trotzdem ist Fire Study / Yelena und die verlorenen Seelen von Maria V. Snyder ein gelungener Abschluss für die Study / Yelena-Trilogie. Zwar hat mich das Ende mit einem melancholischen Gefühl zurück gelassen, eigentlich bin ich aber sehr zufrieden damit. Es lässt einiges offen, die wichtigen Stränge wurden aber zu einem schlüssige und befriedigendem Ende versponnen.

Eine Art Companion-Reihe gibt es in Form der Glass-Trilogie. Diese handelt von Opal und ihren Fähigkeiten, denen wir zum ersten mal in Magic Study / Yelena und der Mörder von Sitia begegnet sind und die auch in Fire Study / Yelena und die verlorenen Seelen wieder eine Rolle spielen. Auch einige andere bekannte Charaktere sieht man dort wieder.

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