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13.

Jan 2011

Siri Lindberg erzählt in Nachtlilien die Geschichte der Bildhauerin Jerusha KiTenaro und des Kriegers Kiéran SaJintar. Beide haben mit einem schweren Schicksalsschlag zu kämpfen bevor und während sie aufeinandertreffen.

Auf Jerushas Familie lastet seit drei Generationen ein Fluch und alle Frauen der KiTenaros sind dazu verdammt, genau die zu verraten, die sie lieben. Jerushas Mutter und Großmutter erzählen ihr von dem Fluch als ihre Hochzeit mit dem Spiegelmacher Dario WiTanek kurz bevorsteht. Jerusha will sich nicht mit dem Fluch abfinden und macht sich auf den Weg den Verursacher des Fluches zu suchen.
Kiéran ist ein Elitekämpfer der Terak Denar. In einer Schlacht wird er schwer verwundet und bleibt danach blind. Die Priester des Schwarzen Spiegel pflegen seine Wunden und verhelfen ihm mit ihrer Kraft zu einer neuen Sicht auf die Dinge. Und so macht sich Kiéran auf den Weg zu seinem Fürsten.

In einer Schänke treffen die Beiden aufeinander und plötzlich steht ihre Welt Kopf und die Liebe trifft sie wie der Blitz. Zunächst wollen sie es sich aber nicht eingestehen. Dennoch steht Jerusha nun vor der Wahl: soll sie der Liebe für immer entsagen, heimkehren und Dario heiraten oder kämpft sie gegen den Fluch an, um mit Kiéran glücklich zu werden, wohl wissend, dass sie ihn Jederzeit ins Unglück stürzen kann, solange der Fluch besteht? Jerusha nimmt die Herausforderung an und sucht mit noch mehr Leidenschaft den Sprecher des Fluches. Auf ihrem Wege durch Ouenda und seine Nachbarländer begegnet sie vielen Gefahren, findet unverhofft Freunde und schließt Bekanntschaft mit den verschiedensten Wesen: etwa ätherischen Traumweberinnen, denen das Schicksal, das sie Träumen egal ist, bösartigen Skraelings, die von den hochmütigen Elis Aénor dirigiert werden und sogar einem Drachen... Zudem kreuzen sich natürlich auch ihr und Kiérans Wege erneut.

Nachtlilien ist ein seltsames Buch - sehr spannend und vollgepackt mit guten Ideen aber mit manchmal sehr abrupten Szenenwechseln. Jerusha und Kiéran sind sympathische Helden, doch ihre Handlungen und Beweggründe sind nicht immer nachzuvollziehen, weil die Erläuterungen dann zuweilen arg knapp sind. Gleiches gilt auch für die Liebesgeschichte zwischen den Beiden. Sie ist oft wunderschön und innig beschrieben, um dann innerhalb von wenigen Sätzen eine neue Wendung zu nehmen.

Es scheint so, als habe die Autorin all ihre guten Fantasyideen in ein Buch gepackt und sei dabei manchmal über das Ziel hinausgeschossen. Mir wäre es jedenfalls lieber gewesen, die wechselnden Erzählperspektiven und Gedanken der beiden Protagonisten noch mehr auszukosten. Dafür hätte ich dann auch weniger Action, weniger Schauplätze und weniger Wesen in Kauf genommen. Die durchgängig hervorragenden Rezensionen beim Online-Buchhändler unseres Vertrauens kann ich nicht zu hundert Prozent nachempfinden, gute Unterhaltung und Spannung liefert Nachlilien aber allemal. Von dem hohen Preis sollte man sich jedenfalls nicht abschrecken lassen, da die Buchseiten relativ eng bedruckt sind und man viel zu lesen bekommt.
Fazit: Für mich hat das Buch 4 von 5 Sterne verdient.

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