09.Feb 2026 |
The Seoul Letter Shop / Der Briefladen, in dem die Zeit stillstandvon Baek Seungyeon
|
Hyoyeong arbeitet seit kurzer Zeit im Letter Shop ihres ehemaligen Kommilitonen Seonho in Yeonhui-dong. Eigentlich war ihr großer Traum Drehbuchautorin zu werden, doch nachdem ihre Schwester Hyomin einem Betrüger aufgesessen ist, fehlt der Familie das Geld und Hyoyeong beschließt von daheim auszuziehen und auf eigenen Beinen zu stehen.
Bis zu dem Tage, an dem ihr Seonho einen Aushilfsjob in seinem Laden anbot, wusste sie nicht, was einen Letter Shop ausmacht. Je länger sie dort jedoch arbeitet, desto mehr fühlt sie sich am richtigen Ort.
Daheim flattern immer wieder Briefe ihrer Schwester in den Briefkasten, nie für ihre Eltern, immer nur an sie gerichtet. Keinen hat sie davon bislang gelesen und sie hat es auch nicht vor. Immer war Hyomin das Vorzeigekind, die gute Schülerin und das Mädchen, dass es einmal zu etwas Großem bringen wird. Nun jedoch arbeitet sie als Nachhilfelehrerin und scheut sich vor dem Kontakt mit ihrer Familie, die sie so bitter enttäuscht hat.
Hyoyeong ist wütend auf ihre Schwester und hat die Flucht nach vorn nur angetreten, weil sie endlich den Briefen ausweichen möchte. Welch Ironie, dass ihr Lebensunterhalt nun daraus besteht, das die Menschen sich Briefe und Karten schreiben.
Im kleinen Letter Shop im zweiten Stockwerk des Gebäudes scheint die Zeit still zu stehen. Wenn die Sonne durch die Fenster scheint und malerische Schatten auf den Regalen und Tischen hinterlässt. Beinahe jeden Tag kommen Menschen um einen Brief zu schreiben und den PenPal-Service zu benutzen. Man schreibt einen Brief, an eine Person, die man nicht kennt und hinterlässt sie in einem kleinen Regal. Danach kann man sich aussuchen, ob man sich auch einen Brief aus diesem Regal nimmt und diesen liest und beantworten möchte. Es werden keine Namen und keine Adressen getauscht, der einzige Kontakt ist das kleine Regal und ein Sticker mit einem selbstgewählten Symbol.
Hyoyeong liebt es, den Menschen dabei zuzuschauen, wie sie gedankenversunken einen Brief schreiben oder welche Gefühle sich in den Gesichtern widerspiegeln, wenn sie einen empfangen. Mit der Zeit lernt sie viel über die Menschen, die in den kleinen Laden kommen und vielleicht lernt sie auch etwas über sich selbst.Ich liebe diese Geschichte. Auch wenn mir persönlich die Namen ein wenig Schwierigkeiten bereiteten, habe ich jede Seite in diesem Buch in vollen Zügen genossen. Der Schreibstil ist ruhig, aber nicht langweilig oder ausufernd. Die Charaktere sind nicht in vollem Detail beschrieben, aber anhand der wenigen Dinge die man über sie erfährt, hat man ein gutes Bild von ihnen.
Hilfreich dazu ist die Personenübersicht im Buch, so das man hier auch noch einmal nachschauen kann in welchem Verhältnis diese Person zum Rest steht.
Da ich selbst Briefe schreibe, stelle ich mir diesen Laden als kleine Goldgrube vor für Menschen die den Kontakt per Papier suchen. Die Idee des PenPal-Service finde ich grandios und im Buch liest man auch die abgedruckten Briefe der einzelnen Personen. Die Aufmachung des Buches macht wirklich Spaß, bis auf den Schnitt, da ich kein Freund vom Rough Cut bin, aber das muss jeder für sich entscheiden.
Mich lässt dieses Buch mit einem warmen Gefühl im Bauch zurück und ich bin mir ganz sicher, dass ich es vielen meiner Freunde empfehlen werde.
Ich danke dem kiwi space-Verlag und der Plattform Vorablesen für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Jetzt bei Amazon.de via Partnerlink* kaufen: Deutsche Ausgabe ~ Original-Ausgabe








