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18.

Apr 2012

Cover Die Entdeckung des Hugo Cabret deutsch

Im Pariser Bahnhof des Jahres 1931 lebt verborgen vor den Augen des Bahnhofsvorstehers der Waisenjunge Hugo Cabret. Als sein Vater bei einem Museumsbrand ums Leben kam, musste er mit seinem Onkel in dessen Wohnung im Bahnhof ziehen. Dort wartet dieser die vielen Bahnhofsuhren und so wird Hugo sein Gehilfe. Er arbeitet gern mit Uhrwerken, genauso wie sein Vater und sein Onkel. Es liegt also in der Familie.
Sein Onkel ist leider dem Suff genauso verfallen wie der Mechanik und so bleibt er öfter bis spät weg. Als er dann eines morgens aber noch immer nicht wieder da ist, macht Hugo sich auf den Weg um die vielen Uhren zu warten und so merkt niemand, dass sein Onkel nicht mehr da ist. Die Gehaltschecks kann er allerdings nicht einlösen und so muss er gegen seinen Willen immer wieder Essen klauen.

In einem Teil des Bahnhofes hat ein Mann einen Spielzeugstand und sitzt dort jeden Tag mit mürrischem Gesicht um Waren zu verkaufen. Hugo mag ihn nicht und doch zieht es ihn immer wieder zu diesem Stand. Auch hier klaut er, aber nur kleine mechanische Spielzeuge, die er dann auseinander baut um ihre Einzelteile zu benutzen. Denn Hugo arbeitet an einem ganz eigenen Uhrwerk - einem Automaten. Sein Vater hatte ihn auf dem Dachboden des Museums gefunden, in dem er arbeitete. Doch er war teilweise sehr verrostet und viele Teile fehlten. So machte sich sein Vater auf neben seiner Arbeit als Uhrenmacher auch noch an dem Automat zu schaffen. Wie durch ein Wunder überstand der Automat das Feuer und auch für seinen Vater wollte er den Automaten zum Laufen bringen.

Hugo wird eines Tages beim Klauen einer kleinen Aufziehmaus vom Standbesitzer erwischt. Dieser zwingt ihn seine Taschen auszuleeren und so fördert Hugo auch das Notizbuch seines Vaters hervor, in dem dieser sich Zeichnungen und Notizen für den Automaten gemacht hat. Der Standbesitzer, reagiert beinahe geschockt und bezichtigt Hugo des Diebstahls dieses Notizbuches. Doch trotz Hugos Beteuerungen, es gehöre ihm gibt es ihm der alte Mann nicht wieder. Er glaubt nun den Automaten nie fertig stellen zu können. Doch er erhält Hilfe von ganz unerwarteter Seite - von einem Mädchen. Gemeinsam versuchen sie das Notizbuch zurück zu holen, doch Hugo hat Angst, dass Isabelle sein Geheimnis erfahren könnte. Er kann niemandem von dem Automaten erzählen - oder doch?

Die Geschichte um Hugo Cabret von Brian Selznick ist richtig toll aufgebaut. So startet es damit, dass ein Mann anfängt diese Geschichte zu erzählen und der Leser dann nach und nach etwas über das Leben des kleinen Waisenjungen erfährt. Hugo ist ein starker Charakter und kommt mit seinem Leben alleine wunderbar zurecht. Doch man merkt auch, dass es ihm gut tut, als er endlich jemanden hat mit dem er sich austauschen kann. Denn eigentlich ist Hugo sehr einsam. Er hat in seinem Leben ja auch nur sich und die Uhrwerke.

Das Buch ist sehr liebevoll gestaltet. Obwohl es über 500 Seiten hat, ist die Geschichte sehr schnell gelesen. Denn nicht alles wird durch Text berichtet. Der Autor hat sehr viele Zeichnungen in diesem Buch verwendet, die teilweise die Geschichte weitererzählen. So muss man sich die Bilder als geschriebene Szenen vorstellen, sonst wundert man sich über Sprünge im Text.
Die Zeichnungen sind wirklich toll gemacht und es sind ebenfalls Drucke berühmter Filmausschnitte vorhanden. Das hilft alles dabei die Geschichte auszuschmücken und zu erzählen.

Ich war richtig traurig, als das Buch sich dem Ende neigte. Der Schreibstil des Autoren Brian Selznick ist recht einfach gehalten, das passt aber auch zur Erzählweise.
Im letzten Jahr wurde vom bekannten Regisseur Martin Scorsese das Buch zum Film gemacht. Ich habe ihn mir nicht angesehen, auch weil viele Kritiken meinten, er wäre zu effektlastig. Das passt nun leider weder in die Geschichte, noch in die Zeit, in der diese spielt. Irgendwann werde ich ihn mir anschauen und dann meinen Vergleich ziehen können, aber bis dato halte ich mich lieber an das Buch. Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich es gelesen habe.

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Kommentare

Ein Kommentar auf der Seite.

Sacrilon schrieb am 20.04.2012 14:35:44:

Hallo,

mir hat es auch besonders gut gefallen, dass die Zeichnungen/Bilder nicht nur schmückendes Beiwerk sind, sondern die Handlung (zum Teil sehr dynamisch) weitererzählen.
Beim Film bin ich mir jedoch auch noch unschlüssig. Der Trailer sah nett aus, aber beim Lesen hatte ich - vermutlich aufgrund der schwarz-weiß Illustrationen - eine sehr viel schlichteres Setting im Kopf.

Beste Grüße,
Sacrilon/Mercedes

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