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21.

Oct 2011

Enthält Spoiler zu den beiden anderen Teilen der Magierdämmerung-Trilogie, Für die Krone und Gegen die Zeit.

Lordmagier Wellington und seine Anhänger haben die Wahre Quelle der Magie auf der Insel Atlantis in ihre Gewalt gebracht und arbeiten nun daran, die Unmengen an Magie zu bändigen und nutzbar zu machen. Damit rückt das Ziel - die Weltherrschaft zu erringen - in greifbare Nähe. Doch noch gibt es Widerstand: Nicht nur Jonathan Kentham, sein Freund Robert Pennington und Kendra McKellen sind auf dem Weg zur Wahren Quelle, auch die Magier Randolph Brown und Jupiter Holmes sowie die Geisterkatze Watson konnten von der Nautilus fliehen und finden Mitten auf dem Ozean aus der Not geborene Verbündete von der Magieabwehr-Abteilung des Vatikans. Diese sind ebenfalls Richtung Wahrer Quelle unterwegs. Auf der anderen Seite des Atlantiks macht sich der Indianer Wovoka, ein Wächter der Wahren Quelle, ebenfalls auf den Weg, um Jonathan zu unterstützen. Dann sind da noch die in London zurückgebliebenen und versprengten Mitglieder des Ordens des Silbernen Kreises, die mit königlicher Hilfe versuchen wollen, Wellington aufzuhalten. Doch nicht alle Beteiligten sind Jonathan und seinen Freunden gewogen, da ist zum einen Elisabeth und zum anderen der Franzose, die beiden Todgeglaubten sind ebenfalls mit von der Partie und führen nichts Gutes im Schilde...

Sehnsüchtig habe ich den Abschlussband der Magierdämmerung-Trilogie In den Abgrund erwartet. Das Buch ist auch wie die anderen Teile spannend und insbesondere der finale Showdown auf dem Eiland ist Bernd Perplies wirklich gut geraten. Einzig die Tatsache, dass der Kampfkniff, den unsere Magieazubis lernen und der dann einen der entscheidenden Vorteile bringt, schon etwas arg einfach und vorhersehbar war. Insgesamt konnte mich der Band nicht so überzeugen wie seine Vorgänger: Zu wenig wurde innegehalten und das Innenleben der Personen dargestellt - gerade diese Passagen haben mir in den ersten beiden Büchern besondere Freude bereitet. Außerdem kam der feine Humor zu kurz. Sieht man mal davon ab, dass Holmes sich vermeintlichen Feinden als Moriaty vorstellt und dass sein Geplänkel mit Lionida Diodato für das ein oder andere Schmunzeln sorgt. Sonst bringen eigentlich nur Watson und Rupert etwas Witz in die Geschichte.

Interessant fand ich die 'Neuen', Feodora und Wovoka, samt ihrer Handlungsstränge. Wobei Autor und Lektorat mit Letzterem ein Schnitzer passiert ist: Mit bürgerlichem Namen stellt er sich zunächst als Jack Wilson vor, um sich dann auf einer Zugfahrt nach New York seinen namensgewaltigen Mitreisenden als John Wilson vorzustellen.
Zum Ende hin wird das Buch arg knapp. Nicht dass ich unbedingt hätte erfahren wollen, ob die sich andeutenden Paarkonstellationen auch wirklich zu einem 'happily every after' finden. Nein, eigentlich hätte ich gerne mehr gewusst über die Charaktere, die nicht so ganz einfach oder sympathisch waren: Was wird aus dem Franzosen? Seiner Brille und seinem Falken? Womit vertreibt sich eine fleischgewordene Rachegöttin ihr magisch verlängertes Leben? Sind die untergegangenen Quellwächter am Ende wieder Herr ihres Willens?
Zu guter Letzt würde ich Bernd Perplies noch fragen wollen, warum es kurz vor knapp noch einen meiner liebsten Nebencharaktere erwischt? Aber da 'Lieblinge' nun mal subjektiv ausgesucht werden, bleibt diese Tatsache bei der Sternchenvergabe außen vor...

Fazit: Insgesamt ist In den Abgrund ein spannendes und unterhaltsames Lesevergnügen aus dem schönen Genre Steampunk. Allerdings nicht so brillant und tiefschürfend wie seine Vorgänger.

Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich ganz herzlich beim EGMONT LYX-Verlag.

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