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01.

Mär 2011

Cover Desires of the Dead englisch

Enthält Spoiler für den ersten Teil The Body Finder / Das Echo der Toten.

Drei Monate nach dem Desaster auf dem Abschlussball vergeht noch immer kein Moment, an dem Violet nicht dankbar wäre, dass ihr Onkel Jay und sie vor dem Triebtäter gerettet hat. Trotzdem ist der Alltag wieder eingekehrt und sie genießt ihre Beziehung mit Jay in vollen Zügen.
Doch ihre Gabe lässt ihr nicht lange Ruhe: Als sie mit ihrer Freundin Chelsea einen Ausflug nach Seattle macht, stößt Violet dabei auf ein Echo, das aus einem Frachtcontainer am Hafen kommt. Wie immer lässt es sie nicht los, bis sie etwas unternommen hat. Also ruft sie anonym bei der Polizei an und meldet, was sie in dem Behälter vermutet. Allerdings war sie nicht vorsichtig genug und es dauert nicht lange, bis das FBI ihr auf die Schliche kommt. Eine Frau namens Sara Priest und ihr mysteriöser, junger Kollege Rafe zeigen reges Interesse an Violet und sie bekommt das Gefühl nicht los, dass die beiden mehr über ihr Geheimnis wissen, als sie dürften. Als ob ihr das nicht schon genügend Sorgen machen würde, schickt ihr auch noch ein Unbekannter ständig bizarre Botschaften und Anrufe und geht sogar soweit, ihr eine tote Katze vor doe Tür zu legen. In der Zwischenzeit hat sich Jay sehr mit einem neuen Mitschüler namens Mike angefreundet, womit sich auch Violet gezwungenermaßen näher mit ihm beschäftigen muss. Und auch in seiner Vergangenheit stößt sie auf Umstände, die ihr nicht ganz geheuer sind.
All das behält Violet aber für sich. Weder ihren Elter, noch ihrem Onkel und noch nicht mal Jay erzählt sie etwas davon, weil sie ihnen keine Sorgen bereiten will und merkt dabei nicht, wie sie sich immer tiefer in Gefahr begibt.

Wie schon im ersten Teil der Reihe The Body Finder / Das Echo der Toten ist auch Desires of the Dead / Ruf der verlorenen Seelen hauptsächlich aus Violets Sicht geschrieben. Aber auch der Täter kommt in insgesamt sieben Kapiteln - sehr clever verpackt, denn jedes Kapitel steht für eine der Todsünden - zu Wort, was dem Roman wie schon beim Vorgänger eine ganz besondere Atmosphäre verleiht, denn die beiden Perspektiven werden auf sehr geschickte Weise miteinander verwoben.
Insgesamt ist Kimberly Derting deswegen auch diesmal wieder ein spannendes Buch gelungen, das zudem noch ein wenig von der Kindlichkeit des ersten Teils verloren hat, insbesondere was den Schreibstil angeht. Trotzdem gab es einige Punkte, die einen ganz massiven Schatten über das Lesevergnügen geworfen haben.
Zum Einen muss man sagen, dass nicht wirklich viel passiert. Die wenigen Szenen, die mit dem FBI zusammenhängen, sind zwar sehr spannend, aber auch reichlich kurz. Genauso wie die beängstigenden Momente, in denen Violets Stalker wieder von sich hören lässt. Die restliche Zeit wird ausgiebig von ihrem Gefühlsleben und Ängsten erzählt, sowie von ihrer Beziehung zu Jay. Diese Teile sind zwar größtenteils recht schön zu lesen und werden sicher auch Fans des 1. Teils gefallen, bringen die Story aber nicht wirklich weiter.
Viel schlimmer allerdings ist, dass mir Violet stellenweise sehr unsympathisch geworden ist. Sie ist über weite Strecken schrecklich zickig und kindisch. Außerdem handelt sie mehr als einmal schlicht und ergreifend dumm, gerade was ihre Geheimniskrämerei angeht. Sie tut das, um ihre Familie und Jay nicht zu beängstigen, dass diese aber spüren, dass etwas nicht stimmt und daher längst in Sorge sind, kommt ihr anscheinend nie in den Sinn. Diese Entwicklung ist sehr schade, denn im 1. Teil war sie mir durchaus sympathisch. Wenigstens gegen Ende sieht man aber wieder ein bisschen mehr von der alten Violet.

Insgesamt konnte Desires of the Dead / Ruf der verlorenen Seelen nicht so überzeugen wie sein Vorgänger, was vor allem am starken Abbau Protagonistin liegt. Trotzdem werde ich mir das nächste Buch besorgen, hauptsächlich weil ich wissen will, wie es mit der Beteiligung des FBI weiter geht.

Im Herbst erscheint Desires of the Dead / Ruf der verlorenen Seelen auch in Deutschland, zum genauen Erscheinungstermin ist jedoch noch nichts bekannt. Der nächste Teil ist bisher noch unbetitelt und wird vermutlich Anfang 2012 in den USA in die Regale kommen.

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Kommentare

1 - 4 von 4 Kommentaren auf der Seite.

Elena2 schrieb am 01.03.2011 21:47:41:

Irgendwie scheint das in Mode zu kommen mit den zickigen, kindischen und unreflektiert denkenden Heldinnen... Ich werd es trotzdem lesen, Violet war ja in Gegensatz zu Ellie aus "Scherbenmond" zumindest in Band 1 rundum sympathisch.

Ich frage mich aber schon länger, wie der Verlag nun das Cover umfärbt. Die mussten aus Blau ja Orange machen - dazu passt aber nie und nimmer dieses Rosa oben ...

ND schrieb am 02.03.2011 05:47:34:

Das scheint wohl die Pubertät zu sein ;) So schlimm wie Ellie ist Violet allerdings noch lange nicht. Wahrscheinlich kam mir die Veränderung deswegen so krass vor, weil ich Violet vorher auch so mochte und sie eben nicht als ein typisches Mädchen eingeschätzt hätte. Zwar nicht unbedingt burschikos, aber definitiv auch nicht zu mädchenhaft.
Das Schlimmste ist allerdings, dass ihre Zickigkeit in einem bestimmten Zusammenhang so völlig sinnlos war. Ich begreife immer noch nicht, warum die Autorin das so gemacht hat.
Aber wie gesagt, die Grundgeschichte ist gut, Violet am Ende wieder einigermaßen die Alte und Jay sowieso immer toll ;)

Das mit dem Cover habe ich mir auch schon überlegt. Rosa und Orange passen ja gar nicht zusammen. Und wenn sie dieses Cover jetzt z.B. blau machen, dann hätten sie sich die ganze Umfärberei auch sparen können.

Sabrina - Bücher - Lost in Translation schrieb am 02.03.2011 08:46:13:

Kann dir nur zustimmen.
Ich fand die Geschichte insgesamt etwas flach und auch die Sache mit dem Stalker eher komisch. Sowohl Violet als auch Jay kamen im ersten Teil besser und interessanter rüber. Ich fand es vor allem schade, dass die Autorin Violet einen Teil ihrer Intelligenz und Logik genommen hat.

ND schrieb am 02.03.2011 18:22:47:

@Sabrina
Ja, irgendwie wurde zu wenig Zeit und Mühe in die Entwicklung der Geschichte investiert. Das wäre ja okay, wenn die Charaktere daran gereift wären, aber nicht mal das hat geklappt. Wobei ich sagen muss, dass Jay bei mir noch am besten weggekommen ist.
Schade, denn auch diese Geschichte hätte Potenzial gehabt. Ich hoffe auf das dritte Buch :)

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