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13.

Aug 2012

Enthält Spoiler für den ersten Teil, CRASH.

Lucy und Jude haben es geschafft. Egal, was alle von ihnen dachten und was sich ihnen in den Weg gestellt hat, sie haben zusammengehalten. Jetzt studieren beide im Staat New York (Jude in Syracuse und Lucy an der Juilliard). Sie sehen sich zwar nur am Wochenende, doch es funktioniert für sie. Doch das bedeutet nicht, dass es für die beiden einfach ist. Sowohl Jude als auch Lucy haben zu viel Temperament und so ist es unvermeidlich, dass es ab und zu zwischen den beiden kracht. Es ist eine Achterbahn der Gefühle.
Und so kommt es, dass sich bei Lucy langsam Zweifel einschleichen. Sie weiß, sie liebt ihn über alles und das wird sich nie ändern, aber sie fragt sich, ob sie gut füreinander sind. Ob Liebe so sein soll, dass man sich entweder euphorisch oder absolut erbärmlich fühlt. Als dann auch noch eine der Cheerleaderinnen von Judes Footballteam mehr als eindeutig ihr Interesse an Jude klarmacht, fährt Lucy die Krallen aus – und treibt damit ihre Zweifel immer tiefer.

Nachdem ich CRASH zwar mit gemischten Gefühlen gelesen habe, insgesamt aber doch recht unterhaltsam fand, wollte ich mir natürlich auch nicht die Fortsetzung CLASH von Nicole Williams entgehen lassen. Und tatsächlich bleiben sich die Figuren sehr treu und man erkennt sie sofort wieder. Auch Lucys und Judes Geschichte entwickelt sich auf eine Weise, die sich natürlich und logisch anfühlt. Die Probleme, die sich ihnen in den Weg stellen, wirken ebenfalls sehr real und nachvollziehbar. Lucy und natürlich vor allem aber Jude haben ja beide eine schwere Vergangenheit hinter sich und sind deshalb nicht gerade die einfachsten Charaktere. Das ist es aber natürlich gerade was sie ausmacht. Es ist völlig natürlich, dass sie ihre Macken und Neurosen haben und genau davon lebt die Geschichte.
Leider hatte ich aber diesmal wieder ähnliche Probleme, wie mit CRASH. Zwar ist CLASH nicht ganz so übertrieben geraten, wie sein Vorgänger, allerdings gibt es auch diesmal wieder ein paar Dinge die ziemlich over the top sind. Diesmal handelt es sich dabei zum Großteil allerdings eher um Kleinigkeiten, die nicht ganz so auf Leben und Tod basieren. Allerdings geht’s schon mal sehr wild zu, wenn Jude und Lucy z.B. anfangen im Auto rumzuknutschen. Während es noch fährt. Und sie auf seinem Schoß sitzt. Es gibt noch einige weitere Beispiele, bei denen ein wenig mehr Bezug zur Realität schön gewesen wäre. So wie z.B. Judes Football Talent. Er spielt seit noch nicht einmal einem Jahr, ist aber jetzt schon der Held des Teams, hat Tausende von Fans (College-Football ist eine Riesensache in den USA) und muss nicht mal groß trainieren. Ähm ja.
Über die Übertreibungen hätte ich allerdings locker hinwegsehen können. Was mich viel mehr gestört hat, war ein Problem, dass ich ebenfalls schon im ersten Buch hatte: Lucy. Sie ist eine schreckliche Drama Queen. Zu Beginn war es noch in Ordnung und auch ihre Eifersucht gegenüber besagter Cheerleaderin war absolut gerechtfertigt. Doch als es mit der Zeit an die echten Probleme zwischen ihr und Jude ging, hat sie sich selbst das Leben schon sehr schwer gemacht, wo es nicht hätte sein müssen. Versteht mich nicht falsch, die Beziehung zwischen den beiden ist tatsächlich alles andere als perfekt und es richtig, dass sie daran arbeiten müssen. Doch Lucy tut nichts anderes als jammern, oder wegrennen. Oder streiten und wenn das passiert, wird sie richtig biestig und benimmt sich wie ein kleines Kind. Das hat auf die Dauer mächtig genervt. Doch auch Jude ist definitiv nicht ohne Makel. Er hat nach wie vor große Probleme mit seinem Temperament und der Verbindung seines Vaters mit Lucys Familie. Was das angeht benimmt er sich oft völlig irrational und ich kann da einfach seinen Standpunkt nicht begreifen. Eine angenehme Überraschung dagegen waren allerdings Lucys Eltern, die eine große Entwicklung durchgemacht haben und über die ich gerne mehr gehört hätte. Auch einige der anderen Nebencharaktere haben mir sehr gut gefallen, so z.B. einige von Judes Teamkollegen oder Lucys Mitbewohnerin, die manchmal die einzigen waren, die wirklich Sinn ergeben haben.

So schlecht war CLASH von Nicole Williams aber auch nicht. Gerade die erste Hälfte fand ich ziemlich gut und geradlinig erzählt und hatte einige sehr emotional geladene Szenen. Später neigt die Autorin zwar wie im ersten Buch CRASH schon wieder zur Übertreibung, sowohl was den Inhalt der Geschichte als auch die Hauptcharaktere angeht, unterhaltsam bleibt die Geschichte aber.

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