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10.

Jan 2013

Absolut nichts am Leben der 16jährigen Evie ist normal. Ihre beste Freundin ist eine Meerjungfrau, ihr Ex-Freund eine Fee und ihr Job ist es, nicht-registrierte übernatürliche Geschöpfe für die IPCA (International Paranormal Containment Agency; zu Deutsch Internationale Behörde zur Kontrolle Paranormaler) einzufangen. Dafür ist sie wie geschaffen, denn als einziger Mensch auf der Welt, kann sie durch den Glamour (die Tarnung übernatürlicher Wesen) sehen und sie dadurch identifizieren.
Doch Evie ist einsam. Es gibt nicht viele Gleichaltrige in dem IPCA Zentrum, in dem sie lebt, und sie sehnt sich nach nichts so sehr, wie nach Normalität. Sie möchte gerne eine normale Schule besuchen und normalen Aktivitäten nachgehen. Dieser Traum ist allerdings gerade so weit weg, wie noch nie zuvor, denn irgendetwas läuft da draußen herum und tötet ein paranormales Wesen nach dem anderen und IPCA ist vollkommen ratlos.
Eines Nachts dringt allerdings ein Einbrecher in das Zentrum ein und durchsucht geheime Unterlagen. Evie kann ihn allerdings gefangen nehmen und ihre Chefin Raquel ist überzeugt, dass sein Einbruch mit den Morden zusammenhängt. Evies Interesse an Lend, wie sich der Einbrecher vorstellt, ist allerdings völlig anderer Natur, denn sie hat noch nie ein Wesen wie ihn gesehen. Lend kann absolut jede Form annehmen, doch nichts ist so faszinierend (und schön), wie sein eigentliches Ich, das aussieht, als wäre es Wasser.
Lend scheint allerdings mehr über die Morde zu wissen, als das gesamte IPCA zusammen. Er erzählt Evie von einer dunklen Prophezeiung, von der er sich sicher ist, dass sie mit dem Täter zusammenhängt - und die unheimlich genau auf Evie selbst zutrifft...

Was mir wohl am allermeisten beim lesen von Paranormalcy / Flames 'n' Roses von Kiersten White aufgefallen ist, ist, dass es mal wieder ein richtig typisches Jugendbuch ist. Es kommt so oft vor, dass sich die Protagonisten nicht wirklich altersgerecht verhalten, sondern eher reifer (was viele allerdings natürlich nicht von kindischem Verhalten abhält). Evie ist da nicht so. Sie ist in vielerlei Hinsicht tatsächlich eine typische 16jährige, die ihre Grenzen austestet, Pink liebt, auf hübsche Jungs steht, mit ihrer besten Freundin rumalbert und niemals ihre liebste Fernsehserie verpassen würde. Im Großen und Ganzen hat mir das ziemlich gut gefallen, einfach weil Evie ein wirklich sympathischer Charakter ist. Auf der anderen Seite ist sie aber auch hart im nehmen, ohne dabei kalt oder übertrieben zu wirken. Allerdings neigt sie auch zu dazu, ihre Geheimnisse für sich zu behalten, was sie nicht nur in allerhand Schwierigkeiten bringt, sondern ab und an auch für den Leser etwas anstrengend ist.
Auch die Welt, die Kiersten White um Evie herum geschaffen hat, hat mir recht gut gefallen. Es gibt alle möglichen klassischen mystischen Wesen wie Werwölfe, Feen und Vampire, aber auch jede Menge eigene Kreationen. Wie zum Beispiel Lend. Seine Figur hat mir mit Abstand am besten gefallen. Er kann absolut jede Form annehmen und sorgt damit für einige merkwürdige, aber auch ziemlich lustige Szenen. Außerdem hat mir die Idee gefallen, dass der Love Interest einfach mal kein typischer, schöner junger Mann ist. Obwohl, eigentlich ist er das ja trotzdem, zumindest in Evies Augen, die als einzige sein wahres Aussehen zumindest erahnen kann. Auch das Prinzip des ICPA und anderer Gruppen, von deren Existenz Evie erst im Laufe der Geschichte erfährt, fand ich sehr gut gelungen.

Hundertprozentig wollte der Funke bei mir und Paranormalcy / Flames 'n' Roses allerdings trotzdem nicht überspringen. Manche Details sind mir etwas zu einfach und simpel gestrickt. Außerdem ist es teilweise ziemlich anstrengend, wie stur und verbohrt sich Raquel und die anderen Erwachsenen verhalten, die Evie entweder im Dunkeln tappen lassen, oder ihre Meinung als unwichtig abtun, gerade, was die Feen angeht. Da fehlt mir ein wenig die Balance, denn ein Kind ist Evie schließlich nun doch auch nicht mehr und außerdem ein zentraler Bestandteil von ICPA, dem man durchaus mehr zutrauen sollte.

Trotzdem hat Paranormalcy / Flames 'n' Roses von Kiersten White Spaß gemacht. Es ist mal wieder ein typischen Urban Fantasy Jugendbuch, das mit viel Charme und Witz überzeugen kann. Evie ist eine sympathische Heldin und die Geschichte selbst ist, wenn auch etwas einfach gestrickt, interessant und unterhaltsam.
In den USA ist die Trilogie bereits komplett erschienen. In Deutschland kam Supernaturally / Dreams 'n' Whispers ebenfalls bereits auf den Markt und die deutsche Version vom Abschlussband Endlessly / Tears 'n' Kisses folgt in Kürze.

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