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29.

Jan 2013

Cover Callie & Kayden englisch

Callie
Die 18-jährige Callie Lawrence steht kurz davor, ihre mit Albträumen behaftete Heimatstadt Richtung College zu verlassen. Schon seit Jahren ist sie nicht mehr die Person, die sie einmal war. Sie gilt als Freak und ist nur noch der Schatten eines Mädchens, welches sich hinter zu großen Klamotten, schwarzem Kajal und selbstgeschnittenen kurzen Haaren verbirgt. Auslöser, das erfährt der aufmerksame Leser eigentlich mit dem ersten Kapitel, war eine Vergewaltigung an ihrem 12. Geburtstag...

Kayden
Auch Kayden Owen will in ein paar Wochen zum College. Doch bevor es soweit ist, geben seine Eltern ihm zu Ehren eine Abschiedsparty. Was keiner weiß: im Hause Owen ist bei weitem nicht alles so charmant und nett wie es scheint. Kaydens Vater hat alle seine Kinder geschlagen und - bis auf Kayden - damit aus dem Haus oder schlimmer noch in den Alkoholismus getrieben. Seine Mutter verbringt ihr Leben in einem fortwährenden Dämmerzustand aus Alkohol- und Schmerztablettenrausch.

Als Callie auf Wunsch ihrer Mutter Kaydens Party besucht, um den älteren Bruder aufzulesen, muss sie nicht nur mit ihrem Stigma als Freak sondern auch mit ihren größten Ängsten kämpfen. Was Callie aber nie vermutet hätte, dass sie Kaydens Vater davon abhalten muss, seinen Sohn zu Brei zu prügeln.
Als sie sich Wochen später auf dem College begegnen, erkennt Kayden Callie erst gar nicht wieder. Sie hat nämlich in dem Schwulen Seth den ersten Freund seit Jahren gefunden. Und nachdem Callie und Seth beschlossen haben, ihren Ängsten nicht mehr uneingeschränkt nachzugeben, haben sie eine Liste erstellt, die möglichst stetig 'abgearbeitet' werden soll. Dazu gehört es auch, sich nicht mehr hinter schwarzen unförmigen Klamotten zu verstecken und auf andere Leute zuzugehen. Als bei Kayden der Groschen fällt, ist er ziemlich fasziniert von ihrer Wandlung und er will wissen, was es mit der 'neuen Callie' auf sich hat.

The Coincidence of Callie and Kayden / Die Sache mit Callie und Kayden ist von der Thematik her zwar eine College- und Liebesgeschichte, doch Callie und Kayden sind nicht die typischen Protagonisten eines solchen Buches. Klar normalerweise schlagen sich alle Buchfiguren mit Probleme herum, doch haben diese in der Regel nicht die Ausmaße, die sie in Jessica Sorensens Geschichte haben. Was Callie und Kayden zugestoßen ist bzw. zustößt ist recht schnell klar, doch haben beide 'Verdrängungsmechanismen' entwickelt, die mehr als ungesund sind und die ihnen das Leben nur noch schwerer machen. Es gibt noch weitere Gründe, die beide zu dem gemacht haben, was sie sind, aber mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten, weil die obige Beschreibung der ersten paar Kapitel schon genug offenbart.

Tatsache ist, dass The Coincidence of Callie and Kayden / Die Sache mit Callie und Kayden keine ganz einfache Geschichte ist. Es fiel mir nicht schwer beide Protagonisten, die abwechselnd ihre Erlebnisse schildern, sympathisch zu finden. Doch wie sie mit ihren Problemen umgehen, fand ich oft einfach nur merkwürdig. Bei Callie habe ich mich immer wieder gefragt: Warum zum Henker redest du erst jetzt mit jemandem darüber? Und bei Kayden stellte sich mir sofort die Frage: Warum wehrst du dich nicht? Auf beide Fragen bekommt man in dem Buch eine Antwort präsentiert, aber das dauert und war mir auch nicht plausible genug. Wenn es dann endlich soweit ist mit den Antworten, geht das Drama erst richtig los.
Und das ist auch mein größter Kritikpunkt an The Coincidence of Callie and Kayden / Die Sache mit Callie und Kayden: Es ist ein wenig zu viel des Guten, was Jessica Sorensen den Lesern da bietet. Ja, sicher gibt es so verkorkste Personen im realen Leben, aber müssen diese dann wirklich noch mit all den Ereignissen konfrontiert werden, mit denen Callie und Kayden sich zum Ende hin auseinandersetzen müssen? Mehr als einmal habe ich mich gefragt, wer von beiden eigentlich das größere menschliche Wrack ist? Und war es wirklich notwendig aus der Geschichte zwei Bücher zu machen? Besonders, wo The Coincidence of Callie and Kayden / Die Sache mit Callie und Kayden mit einem Cliffhanger endet, der alles, was den Figuren Positives wiederfahren ist, wieder infrage stellt? Meines Erachtens hätte etwas weniger Drama die Geschichte runder und realistischer gemacht.
Zwischenzeitlich habe ich Kritiken gelesen, die sich über die schlechte Rechtschreibung des von Jessica Sorensen selbstveröffentlichten Buches beklagen. Da muss ich sagen, ist es mal von Vorteil, wenn man nicht in seiner Muttersprache liest. In englischen Büchern fällt mir so was nur auf, wenn wirklich extreme Layoutlücken oder Fehler vorhanden sind. Und da ich von der Handlung doch zu gefesselt war, habe ich - Entspannenderweise - gar nicht auf die Typographie geachtet.

Den Abschlussband des Duos The Redemption of Callie and Kayden / Die Liebe von Callie und Kayden werde ich dennoch sicher lesen. Allein schon um zu erfahren, ob die Zwei ihr Leben irgendwie auf die Reihe kriegen.
Fazit: Ein Buch für Menschen, die eine geballte Ladung fiktiver Probleme vertragen können und auch vor der Wartezeit bis zum zweiten Teil nicht zurückschrecken. Das Buch ist zumindest für 2013 angekündigt. Genaueres habe ich aber (noch) nicht rausbekommen.

Auf Deutsch wird der erste Band der Reihe am 10. März 2014 erscheinen und Die Sache mit Callie und Kayden heißen.

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